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Auszug aus den Leserstimmen:

„Vielen Dank dass Sie [manche] Produkte kostenfrei anbieten, das ist wirklich toll.“‘
„Herzlichen Dank für Ihr Angebot. Ich habe mich sofort von Ihrer Seite angesprochen gefühlt.“
„Schon die ersten paar Kapitel haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und Mut und Kraft gegeben. DANKE“

   

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Publikationen & Kursangebote:

Die 9-Schritte Glücksformel

Videocoaching: Die 9-Schritte-Glücksformel

In 10 Wochen zu deiner persönlichen Glücksformel: Du wünschst dir, glücklicher zu sein und etwas zu verändern?

In 9 Schritten begleitet dich 10 Wochen lang Persönlichkeitscoach Nick Melekian in Form eines Videocoachings. Jede Woche wird ein neuer Schritt freigeschaltet, währenddessen die Möglichkeit besteht, die neuen Erkenntnisse im Leben praktisch in die Tat umzusetzen. Jeder Schritt besteht aus zwei Teilen: Einerseits gibt es Inspiration, Erklärungen und Gedankenanstöße anhand von mehr als 90 ausführlichen Videos. Zudem gibt es ausführliche Arbeitsblätter, um an den eigenen persönlichen Lebenshemen zu arbeiten.

Ziel ist es, in der 10. Woche seine ganz eigene Glücksformel zu erkennen, um diese auch nach dem Coaching weiter umsetzen zu können.

Nach 20 Jahren Erfahrung in der Beratung, Therapie, Coaching und Seminarleitung fasst Nick Melekian die bewährtesten Methoden der Persönlichkeitsentwicklung in diesem neuartigen, einzigartigen System ganzheitlich zusammen.

Inhalte: Über 90 Einzelvideos mit insgesamt mehr als 10 Stunden Videospielzeit. Inklusive über 90 Seiten Coaching-Unterlagen verteilt über 10 Wochen.

Erfahre hier mehr über die 9-Schritte-Glücksformel

Entspannen lernen

Hörbuch: Entspannen lernen

… In 12 Tracks werden neun unterschiedliche Entspannungstechniken nicht nur erklärt, sondern können direkt miterlebt werden. In drei zusätzlichen Bonus-Tracks werden ergänzende Übungen für das allgemeine Wohlbefinden angeboten. Ziel ist es, dass jeder Hörer die für sich passende Methode zu mehr Gelassenheit zu findet. Das unterscheidet diese Veröffentlichung von anderen Entspannungsangeboten, welche oft nur auf eine einzige Methode zugeschnitten sind.

Die Möglichkeiten zur inneren Ruhe zu kommen, beruhen auf sowohl bei uns anerkannten Entspannungstechniken als auch auf weniger bekannte, aber dennoch effektiven, fernöstlichen Praktiken.

Die Inhalte dieses Albums sind eine Teilauskopplung für den Bereich Entspannung & Körpergefühl aus dem Videocoaching Die 9- Schritte-Glücksformel nach Nick Melekian.

Veröffentlichung von Entspannen lernen auf Spotify, Amazon, Apple und allen populären Musikportalen.

 

 

 

Buch & eBook: Berufsgeschichten

Für sein Buch Berufsgeschichten interviewte Nick Melekian 60 Menschen zu Ihrem Beruf und wie sie dazu gekommen sind. Leute aus den unterschiedlichsten Berufen erzählen aus ihrem Berufsalltag, von ihren Erfahrungen, Gefühlen und Einsichten. Der Leser der lebendigen Kurztexte hat den Eindruck, den interviewten Personen gegenüberzustehen und ihnen zuzuhören. Die 60 Geschichten sind ebenso unterhaltsam wie informativ und dienen dem einen zur Berufs- bzw. Neuorientierung, allen anderen geben sie fesselnde Einblicke in das Arbeiten in Deutschland.

Verlag Shaker Media, 566 Seiten, 23 x 15,8 x 4,6 cm Überformat.

 

 

Blogs

Blog: Glücklich & selbstbestimmt

In Nick Melekian’s Blog Lebenstipps für ein glückliches & selbstbestimmtes Leben teilt er Wissen, Erfahrungen und nützliche Gedanken aus den Bereichen der Psychologie und Lebensweisheiten unterschiedlicher, insbesondere fernöstlicher Kulturen.

Die Blogartikel geben kurze Impulse zum Nachdenken und schaffen Motivation sowie Inspiration, um sein Leben größtmöglich selbstbestimmt zu gestalten. Ziel ist es, im Alter erfreut zurückblicken und sagen zu können: „Ja, ich habe das Beste aus meinem Leben gemacht, mir viele Wünsche erfüllt, habe meinen Bedürfnissen die notwendige Beachtung geschenkt und bereue nichts“. Newsletter-Empfänger bekommen automatisch neue Artikel und Videos. Tragen Sie sich daher kostenlos in den Newsletter ein.

In Liebe sein

Blog: In Liebe sein

Tipps für ein herzerfülltes Leben. Konkret wird gezeigt, wie durch eine liebevolle Grundhaltung zum Leben, inneres Glück und auch Glück mit anderen erfahren werden kann.

Über Glück wird viel geschrieben. Ja, es ist fast schon eine Modeerscheinung. Doch wie steht es mit dem Thema Liebe? Eigentlich beschreiben die meisten Menschen Liebe als das größte menschliche Gefühl. Scheinbar hängt also Glück stark von einem Leben in Liebe ab. Viele Menschen tun sich jedoch schwer, das Wort Liebe überhaupt offen in den Mund zu nehmen.

Ist Liebe nur ein Gefühl zwischen Menschen oder vielleicht auch mehr? Liebe zu definieren ist eine Herausforderung. Dieser Blog widmet sich diesem Thema und gibt darüber hinaus praktische Tipps.

Seminare & Beratung

Für Privatpersonen:

MPU-Seminar.de

MPU-Seminar.de

MPU-Vorbereitung über zwei Tage zur Intensiv-Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Das Original seit 15 Jahren. Fundiert – seriös – erschwinglich!

Für Unternehmen:

ruhebringer.com

ruhebringer.com

Coaching zur Problemlösung, Stressbewältigung, Mediation, Teamentwicklung, Change-Begleitung bei Veränderungsprozessen.

Leserstimmen zu den Angeboten

Herzlichen Dank für Ihr Angebot. Ich habe mich sofort von Ihrer Seite angesprochen gefühlt.“

Schon die ersten paar Kapitel [von Veränderungen meistern – so geht’s] haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und Mut und Kraft gegeben. DANKE“

Ein herzliches Dankeschön für den Blogbeitrag Warum du anziehst, was du liebst, wenn du tust, was du liebst, der genau zu meinem Eigenprozess und eben auch zu dem passt, was ich den Menschen bei meiner Arbeit in Zukunft weitergeben möchte.“

Vielen Dank dass Sie [viele] Produkte kostenfrei anbieten, das ist wirklich toll.“

Die Ratschläge helfen mir sehr. Ich weiß jetzt, was ich ändern muss. Viele Grüße“

Die Einleitung [des Buches Berufsgeschichten] war schon interessant, denn ich sage nie ich arbeite als, sondern immer ich bin Krankenschwester und Heilpraktikerin und beides aus Überzeugung, das wurde mir da wieder bewusst.“

Vielen Dank für Deine „frischen Inspirationen“, die mir sehr gefallen. Schön ist das Gefühl mit liebevollen Menschen verbunden zu sein. Die Dankbbarkeitsübung empfinden ich als genial!

Nach einer traumatischen Zeit, auf Grund der ich die Bekanntschaft von Herrn Melekian gemacht hatte, wurde ich sehr zum Nachdenken angeregt und habe begonnen mein Leben neu zu organisieren. Ich wünsche allen viel Erfolg auf dem Weg in ein selbstbestimmtes erfülltes Leben. Es macht Spaß, diesen Weg zu gehen.“

Deine Newsletter finde ich sehr inspirierend und ich freue mich immer, zu unterschiedlichsten Themen von Dir zu lesen. Besonders interessant sind für mich Die Themen Glück und Lebenszufriedenheit.

Ich sammle Übungen, Ideen und Geschichten, weil ich selbst auch gern dazu beitragen möchte, anderen zu mehr Lebensglück zu verhelfen. Auch Deinen Beitrag zum Thema Sprache und bewusstes Einsetzen von Sprache fand ich in diesem Zusammenhang sehr interessant.“

Auszüge aus den Blogs:

Einleitung zu „In Liebe sein – Inneres Glück durch Liebe“

In Liebe sein

In diesem Blog gibt es Tipps für ein glückliches, herzerfülltes und selbstbestimmtes Leben. Konkret wird gezeigt, wie du durch eine herzoffene Grundhaltung zum Leben, zu anderen und zu dir selbst Glück erfahren kannst.

 

Liebe und Glück

Über Glück wird viel geschrieben. Ja, es ist fast schon eine Modeerscheinung über Glück zu sprechen. Doch wie steht es mit dem Thema Liebe? Viele Menschen beschreiben Liebe als das größte menschliche Gefühl. Scheinbar hängt also Glück stark von einem Leben in Liebe ab.

Liebe stellt jedoch, ähnlich wie Glück, all diejenigen vor eine große Herausforderung, die versuchen, sie zu definieren oder zumindest annähernd zu beschreiben. Ja, wo fängt man überhaupt an: Ist Liebe ein Gefühl oder mehr? Was ist sie? Ich traf bereits unzählige von Menschen, die auf der Suche nach Liebe waren. Ich selbst kannte diese Suche. Gleichzeitig gibt es eine Menge von Menschen, die den Versuch wagen, Liebe zu definieren. Nicht selten definieren diejenigen, die eine weltliche Sichtweise haben, die Liebe in einer Art und Weise als sei sie ein wissenschaftlicher Gegenstand. Gleichzeit beschreiben Leute, die aus der spirituellen Richtung kommen, Liebe als etwas kaum greifbares. Am Ende bleibt sie ein Mysterium für die meisten Suchenden. Und doch wird das Wort Liebe täglich verwendet – in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Und mitunter verbindet jeder Mensch etwas anderes damit.

Wer traut sich über Liebe zu sprechen?

Ist es nicht interessant, dass es in vielen Gesellschaftsgruppen angesagter ist, über Gewalt, Mord und Totschlag zu sprechen, als über Liebe? Kennst du das nicht auch: Im Alltag finden wir zuhauf Filme, Berichte oder Gespräche, in denen es um Aggression oder Auseinandersetzungen geht. Was wäre ein Film ohne Mord, Nachrichten ohne Krieg? Was würde passieren, wenn jemand über Liebe sprechen würde? Womöglich würden alle verdutzt schauen und sich scherzhaft fragen, ob vor ihnen ein neuer Messias stünde? Über Liebe sprechen ist nur selten „gesellschaftstauglich“ und ich kenne Menschen, dazu zählte ich mich früher auch, die offen sagen, dass sie das Wort nicht einmal über Ihre Lippen bekommen! Außer, man reduziert Liebe vollständig auf ein Gefühl zwischen Verliebten. Doch dass mehr hinter Liebe steckt als nur ein Liebesgefühl zwischen Pärchen, hast du wohl bereits im Gefühl, sonst wärst du nicht auf der Suche und auf dieser Website.

Weil mir meine Erkenntnisse in Bezug auf Liebe viel bedeuten, liegt es mir am Herzen, diese mit dir zu teilen. Das Mysterium, was Liebe ist, möchte ich gemeinsam mit dir auflösen. Ich erzähle von meinen Erfahrungen, meinen Gedanken. Und auch du kannst dich auf dieser Website einbringen, in dem du andere von deinen Erlebnissen und Gedanken teilhaben lassen kannst. All die begleitenden Umstände, die einher gehen, wenn man in Liebe ist, möchte ich gerne mit meiner Umwelt teilen, mit dir teilen. Meine Intention hinter diesem Blog ist, dass sich Liebe vermehrt und mehr Menschen daran teilhaben können.

„Alle Gesetze wären entbehrlich“

Ist für uns alle nicht die Vorstellung schön, in einer Welt zu leben, in der Liebe vorherrscht? Als ein Beispiel, wie solche eine Welt aussieht habe ich ein Zitat von Aristoteles im Kopf: „Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich“.

Wer es erfahren hat, wirklich in Liebe zu sein, benutzt allein das Wort wahrscheinlich zukünftig immer selbstverständlicher und häufiger. Wäre es nicht schön, wenn über Liebe so normal gesprochen würde wie über Alltägliches oder gar Gewalt? Wer es erfahren hat, wie es sich anfühlt, in Liebe zu sein, der muss keine zigtausende Bücher zur Selbsterfahrung lesen. Der muss nicht, wie manche Menschen, um die halbe Welt reisen um in Seminaren oder an spirituellen Orten nach Liebe zu suchen. Der kann auch unabhängig von anderen glücklich mit sich selbst sein. In Liebe sein. Ganz bei sich im hier und jetzt. Wissend, dass Liebe bereits da ist, in jedem von uns innewohnt. Es geht um mehr als ein Gefühl. Sie ist für jedermann greifbar nahe und kein unerreichbares Konstrukt aus einer anderen Welt. Sie ist bereits hier. In dir. Hier und jetzt. Egal was man gerade tut.

Und nun los, sei einfach in Liebe!

Es kann so schön sein, in Liebe zu sein. Ganz gleich ob du einem Glauben angehörst oder nicht. Ob du dich spirituell siehst oder überhaupt nicht. Das Schöne: Je mehr du in Liebe lebst, desto wunderbarer siehst du nicht nur deine Umwelt, deine Liebe überträgt sich auch ohne weiteres Zutun, ganz automatisch auf deine Umwelt. Weil sich wohl deine Sicht der Dinge und damit auch dein Handeln verändert. Automatisch wird deine Umwelt darauf reagieren – bewusst oder unbewusst. Doch es geht gar nicht um ein Weltverbessern. Du selbst wirst dich einfach nur gut fühlen. In Liebe sein.

Schön, dass du hier bist! Vielleicht empfiehlst du diese Seite ja weiter? Hast Du ein ganz besonderes Anliegen oder Erfahrungen zu teilen? Ich lade dich herzlich dazu ein, in Form von Kommentaren mitzusprechen:

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Herzlichst
Nick Melekian

 

P.S.: Manche Menschen erwarten beim Aussprechen von Liebe eine Art „Priester“ oder „Guru“ vor sich. Das bin ich nicht. Ich sehe mich als bodenständigen Menschen, der erkannt, hat, dass das Leben von Liebe im Leben erst Glück so richtig zur Folge hat! 🙂

Bademeisterin

Interview mit einer Bademeisterin

„Bademeister stehen nur am Beckenrand und sonnen sich“. Dass dieses Klischee nicht wahr ist, weiß diese Bademeisterin zu berichten. Wer hätte gedacht, dass Bademeister sogar über rechtliche Fragen wie vorläufige Festnahmen Bescheid wissen müssen? Die hier erzählende Bademeisterin legt dar, wie vielschichtig ihr Beruf ist und warum auch ihr Privatleben davon nicht unberührt bleibt.

Sie ist Ende zwanzig und ledig. Das Gespräch findet auf einer Bank am Beckenrand statt. Es ist Nieselwetter bei herbstlichen Temperaturen im Juli. Während des Gesprächs hat sie stets aufmerksam das Becken und die umgebenden grünen Wiesen im Blick. Es ist spürbar, dass sie auch mit ihren Ohren alle Klänge wahrnimmt, um bei Tönen, die sie nicht als ungefährlich einstufen kann, präsent zu sein.

Ich wollte immer etwas machen, wo ich Bewegungsfreiheit habe, wo ich flexibel sein kann. Mir fiel die Entscheidung, dass ich eine Arbeit ohne Schreibtisch brauche, eigentlich recht leicht. Es standen dabei verschiedene Berufe zur Auswahl. Ich wollte zur Polizei, ich wollte Dachdecker, wollte Zimmermann werden. Alle Berufe, bei denen man mit den Händen arbeiten muss und mit Menschen zu tun hat, standen bei der Auswahl zur Berufsentscheidung sehr im Vordergrund. Ich informierte mich über verschiedene Berufe und dann fiel mir dieser Beruf einfach ein. Wasser ist herrlich. Ich kann im Freien arbeiten, habe Menschen um mich, muss flexibel handeln und habe verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten, was mir auch wichtig war. Da fiel mir der Beruf eigentlich in die Hände, habe ihn schließlich begonnen und die Ausbildung zu Ende gebracht. Ich wollte unbedingt zur Polizei, aber damals war ich zu jung. Damals war die Körpergröße für die Frauen auch noch höher angesetzt. Dann dachte ich mir, o.k., das mit der Größe kriege ich bestimmt irgendwie geregelt, aber ich brauche erst einmal eine Ausbildung und musste achtzehn werden. Aber ich bin hier hängen geblieben. Ich wollte erst noch eine Umschulung machen, zur Polizei, dachte mir Hundestaffel, Wasserwacht oder etwas in der Richtung. Aber ich bin halt einfach hier hängen geblieben. Und eigentlich bin ich froh darum. Wasser ist ein schönes Element: Es macht Spaß, Schwimmern zu[1]zugucken, es macht mir Freude, mich selbst im Wasser bewegen zu können, es ist einfach herrlich. Ob ich im Gebirge laufe und einen See vor mir habe oder an den Strand gehe und habe das Meer vor mir. Wasser ist einfach ein schönes Element. Es strahlt Ruhe aus, aber auch Kraft. Das ist meine Welt. Der Beruf schließt so viele andere Berufe mit ein, sodass ich nun von jedem etwas habe. Ich kann sogar ein wenig die Polizistin spielen, wenn ich den Finger zeige: „Jetzt nicht, sonst gibt es Ärger!“

Kein Däumchen drehen

Für andere sind wir nur diejenigen, die am Becken stehen und nichts tun, weil zum Glück nicht jeden Tag jemand wirklich Hilfe braucht. Es gibt Leute, die uns ernsthaft fragen: „Was macht ihr eigentlich noch? Es kann doch nicht sein, dass ihr nur am Becken steht“. Und die, die uns ehrlich fragen, die bekommen von uns auch ehrliche Antworten, nämlich dass eben die Wasserhygiene vorrangig ist, dass wir die Kontrolle der im Badebetrieb eingesetzten Maschinen übernehmen, uns um die Grünanlagen und das Kassenwesen kümmern müssen. Einfach alles was in einem Bad steht, liegt und arbeitet, müssen wir überwachen und kontrollieren. Auch die Ökologie steht im Vordergrund.

Ich habe nicht das Gefühl, dass die Leute hier schlecht über uns denken. Es ist sehr familiär und die wissen eigentlich schon über unsere viele Arbeit Bescheid. In Extremfällen kommt es aber vor, wenn wir sehr viel Badebetrieb haben mit mehr als zweitausend Leuten und Gäste da sind, die nicht regelmäßig kommen, dass sie einen auf herablassende Art und Weise spüren lassen, dass wir hier ja eh nichts machen, außer die Toilette putzen, am Becken stehen und uns sonnen. Die haben überhaupt kein Hintergrundwissen und es interessiert sie auch nicht. Oftmals hat man auch als Frau das Problem, wenn man noch jung ist, dass die Proleten unter den Männern bei Hinweisen abwinken, nach dem Motto: „Mädel, was willst denn du, geh mir doch weg“. Wenn wir wirklich einmal die Haus- und Badeordnung durchsetzen müssen, sich jemand also einfach daneben benimmt, andere Gäste belästigt oder sogar in Gefahr bringt, dann sind wir dafür da zu sagen: „Stopp! Weiter geht es nicht“. Dann belächeln die uns, winken ab und lassen uns stehen wie einen kleinen Dackel. Sie akzeptieren nicht, dass wir im Schwimmbad Autoritätspersonen sind. Die belächeln hauptsächlich uns junge Frauen.

Ich bin in meinem Beruf glücklich. Ich würde ihn jederzeit wieder ausüben. Dennoch, zu den Menschen, die auf Berufssuche sind oder auch zu unseren Praktikanten, sage ich ganz ehrlich und ernst, dass sie es sich gut überlegen sollten, denn der Beruf ist kein Pappenstiel. Man muss ein sehr breites Kreuz haben und extrem viel abfangen und aushalten können. Es sind auch unschöne Sachen dabei, da wir ja auch für die Reinigung und die Hygiene im Bad verantwortlich sind. Dann gehört es nun einmal auch dazu, dass wir extrem verschmutzte Toiletten reinigen müssen, was ja auch nicht jedem liegt. Und das sage ich dann auch offen und ehrlich: „Hör zu, du musst hier verdreckte Toiletten putzen und wenn es verstopft ist, musst du wirklich mit der Hand rein langen und die Verstopfung beseitigen, wenn es nicht anders geht.“ Bei Regenwetter haben wir auch immer auf und stehen selbst bei 8 oder 7°C draußen. Zudem muss man muss handwerklich geschickt sein, darf also keine zwei linken Hände haben, muss improvisieren können, wenn irgendetwas kaputt ist und man nicht die Möglichkeit hat, es reparieren zu lassen. Man muss Maschinen am Laufen halten, bis Experten da sind. Wenn ich eine Pumpe mit meinem Wissen nicht wieder reparieren kann, dann muss zwar eine Firma kommen, aber dennoch muss ich schauen, dass die restlichen Geräte laufen.

Wir haben hier auch Schichtarbeit, das heißt wir arbeiten oft dann, wenn andere Arbeitende frei haben. Wenn meine Kumpels mich fragen, ob wir am Wochenende da oder dort hingehen, sei es Kino oder Kegelbahn, dann muss ich antworten: „T‘schuldigung, aber ich muss arbeiten.“ „Wie, schon wieder arbeiten? Du hast doch erst letztes Wochenende gearbeitet.“ „Ja, aber ich muss halt schon wieder arbeiten.“ Wenn die anderen im Schwimmbad sind und herum hängen, dann sind wir im Schwimmbad und arbeiten. Wir können nicht um vier Uhr Feierabend haben, den Schraubenschlüssel liegen lassen und gehen. Wenn es sein muss, machen wir länger, da wir unsere Kollegen nicht hängen lassen können. Es geht hier einerseits um Menschenleben, andererseits aber auch um den Spaß der Menschen. Wir sind ein öffentlicher Betrieb und der muss laufen.

Man verliert durch die Arbeitszeiten Freunde, die, im Nachhinein betrachtet, keine wirklichen Freunde sind. Wenn man hier arbeitet, dann wird der Freundeskreis immer kleiner, weil man sich nicht mehr regelmäßig sieht. Die eigenen Hobbys, die man vorher regelmäßig gemacht hat, kann man meistens nicht mehr weiterführen. Wenn man gerne Fußball spielt und an Turnieren teilnimmt, kann man sich nicht immer frei nehmen, nur weil ein Fußballturnier stattfindet. Viele sagen, dass dies ihnen schon klar ist, aber zu spüren bekommt man das erst, wenn man ausgelernt hat und richtig im Beruf drin ist. Aber für mich ist klar: Ich würde mich trotzdem immer wieder für diesen Beruf entscheiden.

Menschenkenntnis

Ich lerne mich hier selber besser kennen, denn man braucht hier schon sehr viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit Anderen. Ich kann und darf meinen eigenen Emotionen nicht immer freien Lauf lassen. Wenn ich mich über irgendjemanden sehr stark aufrege, weil er mir tierisch auf die Nerven geht, dann kann ich ihn trotzdem nicht raus schmeißen, das geht nicht. Und selbst wenn er mich zwanzig Mal fragt, wo das Klo ist, dann muss ich ihm zwanzig Mal sagen, dass es sich dort oder dort befindet. Durch die vielen verschiedenen Bevölkerungsschichten – wir haben hier neben Rechtsanwälten und Doktoren auch Arbeitslose – lernt man sehr schnell Menschen einzuschätzen, wie man mit ihnen am besten umgeht beziehungsweise wie man Konflikten aus dem Weg geht, sie in eine andere Richtung lenkt oder sie so äußert, dass die Gäste und ich zufrieden sind, also eine gemeinsame Lösung finden.

Als negative Erfahrungen kommt es vor, dass man abgestempelt wird als jemand, der eh nichts schafft. Positiv hingegen ist, wenn die Leute auch mal zu uns kommen und sagen: „Wir wissen, ihr habt einen harten Job und gönnt euch mal freie Tage“. Dann kommen die Leute zu uns und sagen, dass es so schön ist zu schwimmen, weil man so viel Platz im Wasser hat, aber wir täten ihnen Leid, weil es sicherlich kalt sein muss, bei Regen oder 7°C am Beckenrand zu stehen. Es ist schön zu wissen, dass man nicht einfach nur irgendwer ist, sondern man auch geschätzt wird. Man kann Bademeister schwer mit jemandem vergleichen, der in seiner Arbeit keinen Publikumsverkehr hat … welche Erfahrungen kann derjenige wohl machen? Ich denke, es ist ein großer Gewinn, wenn man mit Publikumsverkehr zu tun hat, obwohl das nicht immer nur positive Erlebnisse erzeugt. Ich kenne in meinem Freundeskreis wenige Menschen, die in ihrer Arbeit mit so vielen Menschen zu tun haben wie ich. Die arbeiten in Firmen an Maschinen oder an Autos.

Anerkennung und familiäre Atmosphäre

Ich würde mir in meinem Job noch ein bisschen mehr Anerkennung wünschen. Beschimpfungen von Gästen nehme ich oft persönlich, obwohl ich weiß, dass ich das nicht sollte. Man ist ein Erfüllungsgehilfe, man erfüllt die Interessen seines Arbeitgebers. Man vertritt sie, ob man selber damit einverstanden ist oder nicht. Man hat damit einverstanden zu sein und wenn man dann persönlich getroffen, angegriffen oder beleidigt wird, einem vielleicht sogar gedroht wird.

Am Anfang der Saison, wir haben noch nicht einmal geöffnet, rufen die älteren Damen an, ob sie wieder ihren Spind mieten könnten, denselben wie letztes Jahr: „Den hab ich schon seit fünfzehn Jahren und den hätte ich gerne wieder“. Wenn man auf diese Weise ein Freude machen kann, dann dürfen sie auch schon bevor wir geöffnet haben ihre großen Liegen hereintragen und einschließen, sodass sie, wenn wir wieder geöffnet haben, sofort durchstarten können. Dann freuen sie sich sehr und lächeln dich an, das ist schön. Es sind diese Kleinigkeiten, wenn ich zum Beispiel einen Badegast, er sitzt im Rollstuhl, beim Ein- und Aussteigen in das Auto helfe, er kann es zwar auch alleine, aber wenn ich ihm helfe, dann ist es für ihn einfacher. Da freue ich mich drüber und das macht mir auch wirklich Spaß. Es gibt Personen, die einem das Ohr vollquasseln. Diese kriegt man gar nicht mehr richtig los. Solche Leute, die einem von den verschiedenen Unkrautsorten erzählen, wie tief die Wurzeln sind und wie man sie wegbekommt – das sind solche Sachen, die einen nicht wirklich interessieren, aber man hört halt zu, denn die Menschen haben das Bedürfnis zu erzählen. Über diese Leute unterhalten wir uns dann später mit Kollegen. Es sind eigentlich die älteren Damen, über die wir reden, denn die eine sammelt Gläser, weil sie Marmelade macht, die andere bringt uns immer Hefte mit und legt sie uns vor die Türe. Dabei können wir ja, wenn wir Dienst haben, keine Zeitschriften lesen, aber sie machen es halt und wir bedanken uns. Ich denke, dass es das Wichtigste ist, einfach freundlich zueinander zu sein.

Hier in dem Bad, weil es ein recht schlichtes und kleines Freibad ist, ist die Stimmung recht familiär. Es fällt schon mal auf, wenn jemand, der sonst immer zur gleichen Uhrzeit kommt, nicht da ist. Dann macht man sich schon Sorgen: „Der ist fünf Minuten später dran, wo ist er heute? Geht es ihm nicht gut, ist er wieder gestürzt oder kann er heute einfach nicht, weil er Besuch von den Enkeln bekommt?“. Die meisten Besucher kennen wir schon. Bei denen wissen wir, wie wir mit ihnen reden können. Mit manchen kann man reden, wie einem der Mund gewachsen ist, da kann man auch mal einen Scherz über die Lippen bringen. Die lachen dann auch selber darüber. Es sind aber auch andere dabei, mit denen man sehr zuvorkommend oder extrem höflich reden muss. So kann man zwar zu den einen sagen „Zigarette aus! Und nicht am Beckenrand, Sie wissen ja!“ Und bei anderen muss man sagen: „Wären Sie bitte so freundlich und würden Sie ihr Rauchen auf die Wiese verlegen?“

Ich nehme Badesachen von Zuhause mit ins Geschäft und nehme geschäftliche Sachen mit nach Hause. Ich kann Privates von Geschäftlichem nicht immer trennen und nehme gelegentlich Bilder aus meinem Beruf nach Haus mit. Wenn ich dann Zuhause ankomme und nicht gut drauf bin, heißt es unter Umständen: „Was ist denn jetzt wieder los?“. Umgekehrt ist es genauso, dass man Privatsachen nicht immer nur daheim lassen kann. Man kann nicht immer nur gut drauf sein oder immer nur lächeln. Das ist nicht einfach, aber man muss in solchen Fällen das Beste daraus machen.

Besucher des Schwimmbads

Frühmorgens kommen die Frühschwimmer, das ist recht gemischt. Da sind Rentner dabei, Studenten, Arbeiter mit Gleitzeit, die ihre Arbeit ein bisschen verschieben können. Es sind aber auch viele ältere Menschen hier, die dann auch bis zum Nachmittag da bleiben und es hier einfach genießen. Die gehen nicht in den Urlaub, ihr Urlaub ist das Thermalbad. Die haben auch alles hier, ihre Liegen, ihre Decken, ihre fünf verschiedenen Badeanzüge. Die leben hier ihren Urlaub und bei schönem Wetter sind sie sogar bis spät abends hier im Bad. Die jugendliche Generation trifft man hier weniger, weil wir für die keine Attraktionen bieten können. Wir haben nur eine Rutsche und sind sehr schlicht. Es gibt noch ein anderes Freibad in der Nähe mit Volleyballfeldern, Sprunganlagen und einem noch größeren Schwimmerbecken. Dort haben sie viel mehr Attraktionen, dort gibt es auch einen viel größeren Kinderspielplatz. Hier sind mehr Mütter mit Kindern, die es genießen, bis zum Teeniealter ihrer Kinder in ruhiger Atmosphäre zu sein. Die Studenten mögen es hier auch, die schwimmen ein paar Bahnen, setzen sich dann auf die Wiese und lernen.

Braungebräunte Rettungsschwimmer im Fernsehen

Es gibt wirklich Praktikanten, die Dinge sagen, wie: „Oh, geil, ihr rennt dann den ganzen Tag im Badeanzug herum. Ja, aber in amerikanischen Filmen trägt man doch rote Badeanzüge?“. Die verstehen nicht den Unterschied zwischen der nüchternen Realität und Showbusiness, wo Leute mit ihren stählernen Muskeln und Modelfiguren an kalifornischen Küsten herum[1]laufen. Wir sind ganz normale Menschen. Der eine ist vom Körperbau her sportlicher, der andere eben nicht. Wir müssen fit sein, ganz klar, aber wir erfüllen hier mehr die Funktion einer Autoritätsperson. Wir müssen uns zwar durch unsere Kleidung hervorheben, aus dem Grund, dass die Besucher Anlaufpunkte haben, sei es, wenn sie Sorgen oder Probleme haben oder wenn sie Hilfe brauchen. Man kann aber nicht herumrennen wie in Miami am Strand. Das ist völliger Humbug. Was aber wahr ist, ist die Tatsache, dass wir fit sein müssen und unsere Prüfungen erbringen: Wir müssen schwimmen und retten können und die Erste Hilfe beherrschen, das ist ganz klar. Aber bei im Fernsehen müssen sie nicht die Wasserqualität überprüfen, sie müssen keine Pumpen reparieren, keinen Kunststoff schweißen – die müssen wirklich nur auf das Wasser gucken und Gefahren einschätzen, ob zum Beispiel Hai- oder Quallengefahr ist. So etwas müssen wir hier nur in ähnlicher Weise tun. Wenn Gewitter ist, müssen wir abschätzen, ob es lang[1]sam brenzlig wird und wenn es dann gewittert, warnen: „Raus aus dem Wasser!“. Also es ist nicht viel dran. Hier wird man im Übrigen nur nach Leistungsgesichtspunkten eingestellt, beim Film wohl eher nach dem Aussehen (lacht).

Es ist schon vorgekommen, dass wir hier Menschenleben retten mussten. Es fängt oft nur mit Kleinigkeiten an, zum Beispiel wenn ein Kind die Wasserrutsche hinunterrutscht und denkt, dass es am Ende im Wasser stehen könnte und nicht schwimmen kann. Denn Kinder sind ja recht unbedarft. Die sehen, dass die anderen Kinder rutschen, denken, dass es Spaß macht, und wollen das dann auch. Die denken sich: „Die können das, ach, das kann ich auch.“ Und wenn man sieht, dass ein Kind dort nicht stehen kann, dann springe ich sofort ins Becken. In anderen Fällen, vor allem bei Älteren, kann es aufgrund der Hitze zu Kreislaufproblemen kommen, sodass ihnen schwindelig werden kann oder sie einen Krampf im Wasser bekommen. Das sind zwar Kleinigkeiten, bei denen man helfen kann, die aber ausarten würden, wenn das niemand macht. Für so etwas bekommt man als Bademeister einen Blick.

Ich schaue ganz anders. Ich schaue im Übrigen auch, gerade jetzt, wo ich mit Ihnen das Interview mache, dauernd umher, ob alles in Ordnung ist. Das ist eine Nebenwirkung unserer Arbeit (lacht). Man nimmt sehr viel wahr und ist sehr aufmerksam. Manche würden es als unhöflich empfinden, wenn man ihnen beim Reden nicht immer ins Gesicht schaut. Aber so ist das halt. Man hört ein Kind rufen und guckt schnell hin. Und das zeigt sich mittlerweile auch im Privatleben. Überall, egal wo man ist. Ob man einen Stadtbummel macht oder in einem fremden Schwimmbad ist, man „arbeitet“ immer und ist sehr aufmerksam, man kriegt schnell mit, wenn etwas nicht normal läuft.

Es gab vor einigen Jahren mal einen Fall wo es um Leben und Tod ging. Es handelte sich dabei um ein Kind, das mit einem Schwimmbrett in einem tiefen Becken gepaddelt ist und es sah danach aus, dass das Kind seinen Beinschlag trainiert. Aber in Wirklichkeit konnte das Kind gar nicht schwimmen. Das Kind ist von dem Brett abgerutscht, konnte sich nicht mehr festhalten, das Brett ist einfach weggerutscht und das Kind wie ein nasser Stein untergegangen. Das Kind kam aber nochmal kurz hoch und man musste dem Schwimmbrett dann nur noch einen kurzen Kick geben, dann konnte das Kind das Brett wieder greifen, um zum Rand zu paddeln. Solche Dinge dürfen uns nicht entgehen. Auch, wenn eine Situation augenscheinlich ungefährlich und normal aussieht. Wer hätte vermuten können, dass das Kind gar nicht schwimmen kann? Manche Kinder laufen auch einfach ins Wasser, weil sie nicht wissen, dass sie darauf nicht stehen können und – plumps – sind sie weg. Ich persönlich musste Fälle mit Reanimation noch nicht erleben. Ich höre oft die Äußerung, dass der Job langweilig sein müsse, es passiere ja gar nichts. Dann sage ich: „Bitte? Soll ich fünf Leute aus dem Wasser retten? Ich bin froh, dass nichts passiert!“ Ich brauche kein Menschenleben retten, damit ich Spaß bei der Arbeit habe.

Man sagt, wir Bademeister würden so ernst gucken, aber wir konzentrieren uns lediglich. Wenn wir dann ein direktes Gespräch führen, dann haben wir wieder eine ganz andere Gesichtsmimik. Aber im Auftrag unserer Beckenaufsicht sind wir sehr konzentriert und wirken demnach auch ernst und angespannt.

Straftaten

Diebstahl kommt häufig vor. Ist der Täter noch da, stellt sich die Frage, wie wir ihn erwischen. Im Bereich der vorläufigen Festnahme müssen wir uns auch auskennen. Es gibt sogar Sexualdelikte, Übergriffe auf Kinder, Missbrauch von Schutzbefohlenen. In diesen Bereichen müssen wir uns auskennen, denn da bewegt man sich auf einem heißen Pflaster, weil man sich sehr schnell in die Privatsphäre von anderen einschleicht und man auch Leuten Unrecht tun kann. Ich darf Verdächtige ja nicht knebeln und fesseln, mich auf ihn drauf setzen und sagen: „So! Jetzt bleibst du mal hier, bis die Polizei kommt.“ Ich muss mich da schon sehr gut auskennen, um solche Delikte zu erkennen und Maßnahmen treffen zu können. Das ist alles in meinem Beruf inbegriffen. Das bekommt ein normaler Badegast gar nicht mit, weil er das Hintergrundwissen zu unserem Beruf nicht hat. Und mit diesen Berufspflichten ist auch die Verbindung zu meinem früheren Berufswunsch der Polizistin wieder hergestellt (schmunzelt).

 

Straßenbahnfahrer

Interview mit einem Straßenbahnfahrer

Lokomotivführer gehört zu den Berufen, der den Kindheitstraum vieler Menschen repräsentieren dürfte. Straßenbahnfahrer bewegen sich ebenso auf Schienen, jedoch in der Regel im innerstädtischen Verkehr. Der hier erzählende Straßenbahnfahrer gibt Einblicke in den Ablauf seines Betriebes, in den Umgang mit Fahrgästen und vor welchen Herausforderungen er steht, wenn er im Dienst seine Notdurft verrichten möchte.

Das Interview findet mittags nach Ende seiner Schicht im einfach gehaltenen Aufenthaltsraum des Betriebs neben den Umzugskabinen statt, wo einige Fahrer sitzen, um miteinander zu reden, Zeitung zu lesen oder in Ruhe ihr mitgebrachtes Essen einzunehmen. Er ist Anfang vierzig, ledig und besitzt zwei Hunde. Sein kurpfälzischer Dialekt ist unverkennbar.

Ich bin im Jahre 1986 Straßenbahnfahrer geworden. Mein Onkel riet mir damals dazu, zur Straßenbahn zu gehen, da man dort sauber hingehe und sauber wieder nach Hause käme. Ich bin dann mal bei einem Nachtdienst mitgefahren und schaute mir den Job genau an. Ich war 23 Jahre alt und sie wollten mich zuerst nicht nehmen, weil ich zu jung war. Damals lag die Altersbeschränkung noch bei circa 24 oder 25 Jahren und man brauchte einen IIIer oder IVer Führerschein, sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung. Mich nahmen sie aber dennoch, was durch Beziehungen zu Stande kam. Durch das Führungszeugnis meines ersten Arbeitgebers war man mit mir sehr zufrieden. Das brachte mir ebenso Vorteile. Mir macht die Arbeit immer noch großen Spaß und ich bereue die Berufswahl nicht. Ich springe auch jederzeit ein, wenn ein Fahrer gebraucht wird, obwohl ich aufgrund des ständigen Sitzens bereits eine Bandscheibenoperation hinter mir habe.

An meinem Beruf erfreut mich einerseits der Umgang mit den Menschen und andererseits generell das Fahren, egal mit welchem Gefährt. Ich fahre unglaublich gerne, auch im Bus – und ich bekomme die Fahrten ja sogar bezahlt. Aber das Straßenbahnfahren ist eine schwere Sache: Das Bremsen muss gelernt sein. Jeder kann die Kurbel bedienen oder den Fahrschalter, aber nicht jeder kann bremsen oder auch anfahren. Denn man muss beispielsweise aufpassen, dass die alten Menschen in der Bahn nicht umkippen.

In der Ausbildung habe ich so viel Mist lernen müssen, über den man hinterher, wenn man das erste Mal alleine gefahren ist, nur noch lachen kann. Das waren Sachen, die ich nach der Ausbildung nie wieder gebraucht habe. So mussten wir zum Beispiel alle Haltestellen lernen. In der Prüfung musste ich Haltestellen vorwärts und rückwärts aufsagen – und ich wusste gar nicht, welche Linie als nächstes dran kam. Heute lache ich darüber. Schließlich lernt man diese doch eh später, wenn man mit der Bahn auch wirklich fährt. Von einem uralten Straßenbahnfahrer, der hier noch in der Gegend wohnt, habe ich viel gelernt, anders als in der Ausbildung, bei der man heute im Schnellverfahren von allem ein bisschen durchnimmt. Ich hatte noch eine lange Ausbildung inklusive Lehrfahrten; vieles davon gibt es heute nicht mehr. Die Ausbildung ist ja mit Kosten verbunden.

Verspätungen

Auf einer Straßenbahnlinie habe ich an der Endstelle vierzig Minuten Pause, komme dort aber erst mit zehn Minuten Verspätung an. Wenn ich mir dann in der Kantine etwas zu essen holen möchte, stehen mir dort bereits alle Büroarbeiter vor der Nase und ich vom Fahrdienst stehe hinten an. Ich bekomme mein Essen so spät, dass ich meine Wurst auf dem Weg zurück zur Straßenbahn essen muss. Auf einer anderen Linie komme ich ebenfalls meist mit Verspätung an der Endstelle an und hätte dort dann eigentlich Pause. Ich darf aber nur, weil sich die Anwohner dauernd beschweren, mit maximal 7 km/h in die Endstelle einfahren, da es sonst zu laut wäre. Die Pause kann ich wieder nicht nehmen, da an der Endstelle bereits die nächsten Fahrgäste einsteigen. Ich kann noch nicht mal auf Toilette gehen, da man eine Straßenbahn nicht alleine lassen darf und ich darüber hinaus ständig am Funk bleiben muss. Man hat für nichts Zeit und manchmal muss ich die Wendeschleife sofort wieder verlassen, weil eine nachfolgende Bahn auch Verspätung hat. Das geht schon an die Nerven, und wenn man die nicht hat, sollte man diesen Job lieber bleiben lassen. Solchen Leuten würde ich nie empfehlen, Straßenbahn zu fahren.

Neulich war ich in einer anderen Stadt, dort gab es für die Straßenbahnen nur grüne Welle, während man in meiner Stadt an jeder roten Ampel aufgrund irgendeiner Sperrung stehenbleiben muss. Manchmal geht das auf der ganzen Strecke so und dann fragen sich die Leute, warum „diese blöden Fahrer“ andauernd Verspätung haben. Jetzt wollen sie im Spätverkehr eine Bahn weniger fahren lassen. Weil sich der Nachtverkehr dadurch direkt an die Spätfahrten anschließt, bedeutet das für uns, dass wir zwischen diesen zwei Fahrten nun keine Pause mehr haben.

Gefahren und Herausforderungen

Mit einer etwas älteren Straßenbahn von zweiundzwanzig Tonnen Leergewicht kann es mir passieren, dass ich an einer Haltestelle bremse und kurz bevor die Straßenbahn zum Stehen kommt, diese einen Satz nach vorne macht und sich nicht anhalten lässt – das ist wie Glatteis. Aus diesem Grund haben wir Sand in den Straßenbahnen, den wir ablassen können, um Haftung zu kriegen. Viele Leute wissen jedoch nicht um die Gefahr, dass wir nicht immer so leicht bremsen können und gerade die zentrale Umstiegshaltestelle in der Stadt gleicht einem Hühnerhof. Wenn wir dort nicht aufpassen, würde jeden Tag ein Mensch unter die Straßenbahn geraten. Diese acht Stunden Konzentration oder auch der geteilte Dienst, das heißt ich fahre morgens ein paar Runden, habe dann vier bis fünf Stunden Pause und muss abends nochmal fahren, kann mich schon fertig machen, denn man ist quasi von morgens bis abends im Verkehr. Es kann auch sein, dass ich an einem Tag einen Dienst bis halb neun abends habe und am nächsten Tag morgens um sieben Uhr schon wieder die nächste Fahrt antreten muss. Als ich das dem Betriebsarzt erzählt habe, zu dem ich als Straßenbahnfahrer alle drei Jahre muss, fragte er mich nur, warum mir das denn was ausmachen würde, denn die anderen kämen damit ja auch zurecht. Und wenn ich mit solchen Problemen zum Betriebsrat gehe, sagt man mir nur, ich solle doch froh sein, dass ich Arbeit habe. Ich habe in zwanzig Jahren nicht einmal etwas Auffälliges wie eine Krankheit gehabt und den Dienst immer gerne gemacht. Und dann solche Antworten.

Fahrgäste

Es ist wahnsinnig, wie stark die Fahrgastzahlen zugenommen haben. Daher fahren morgens vier Straßenbahnen im kurzen Abstand hintereinander. Die Fahrgäste steigen aber alle in die erste Bahn ein, sodass diese dann extrem voll sind und die letzten beiden leer hinterher fahren. Mittags nach der Schule gegen eins fahren mit uns die Schüler – das sind extrem viele – abends hingegen ist das Publikum eher gemischt. Wenn man aus einem bestimmten Viertel kommt, sind auch viele Ausländer unter den Fahrgästen. Da habe ich nichts dagegen, solange sie mich in Ruhe lassen und sich anständig benehmen.

Die Fahrzeiten in der Straßenbahn sind oft länger als erwartet, denn es dauert zum Beispiel immer eine Weile, bis eine ältere Dame in eine alte Straßenbahn hineingekommen ist. Eigentlich versuche ich ihnen ja zu helfen, aber mittlerweile frage ich vorher immer nach, da ich bei meinem Versuch, zu helfen, des Öfteren angeschrien wurde. Einige Leute wollen nicht, dass man sie anfasst oder ihnen hilft. Es gibt zwar auch modernere Straßenbahnen, bei denen man eine Rampe ausfahren kann, aber auch das geht nur an gekennzeichneten Haltestellen. Auf einer meiner Linien sind das gerade mal fünf. Wenn dort jemand mit einem Rollstuhl an einer rampengerechten Haltestelle einsteigt und an einer anderen Haltestelle aussteigen will, an der das nicht geht, dann habe ich ein Problem. Manchmal muss ich ihnen dann einfach sagen, dass die Rollstuhlrampe kaputt ist – und dann tun diese Menschen mir leid.

Eine Frau wollte mal mit meiner Linie fahren, war aber an der Haltestelle zu faul, zu meiner Bahn zu laufen, sondern hat vorne gewartet. Ich bin dann durchgefahren, da ich einen Haufen Verspätung hatte. Sie ist dann mit einer anderen Linie hinterher gefahren, ist an der nächsten Haltestelle ausgestiegen, zu meiner Straßenbahn gerannt und wollte mich beschimpfen. Da habe ich sie gefragt, warum sie nun auf einmal rennen kann und das an der vorhergehenden Haltestelle nicht konnte. Sie hat nicht aufgehört gegen mich zu wettern und hatte eine wahnsinnige Wut. Man darf den Fahrgästen in solchen Situationen aber nicht blöd kommen, sonst beschweren sie sich. Aber diese Frau hat sich sogar hinterher bei mir entschuldigt und daher denke ich, dass man solche Probleme manchmal auch durch einen guten Konter aus der Welt schaffen kann. Wenn ich ein Problem mit einem Fahrgast habe, gehe ich einfach zu ihm und versuche das Problem durch miteinander sprechen zu klären. Mich hört man daher auch selten am Funk, es sei denn, es wird ein Arzt benötigt oder so etwas in der Art.

Ich habe immer auch ein Fahrplanbuch dabei, da manche Menschen einfach zu faul sind, ihren Fahrplan mitzunehmen. In einem anderen Buch, das ich immer mitführe, steht, wo die einzelnen Geschäfte in der Stadt sich befinden, da die Fahrgäste mich auch häufig so etwas fragen. Diese Dinge habe ich mir alle selber angeeignet, damit ich nicht dauernd über Funk die Kollegen fragen muss. Somit wissen alle Kollegen, dass, wenn der Funk benutzt wird, es auch etwas wirklich Wichtiges zu besprechen gibt. Wenn ein Fahrgast höflich fragt, bin ich jedoch auch gerne bereit, einen Funkanruf durchzuführen. Aber nicht, wenn dieser mich schon beim Fragen blöd anmacht. Solchen Leute sage ich dann, dass ich kein Telefonist bin und der Funk nur für Notfälle und nicht für irgendwelchen Mist gedacht ist. Wenn ich irgendwo hinfahren möchte, informiere ich mich auch vorher über meine Verbindung und fahre nicht auf gut Glück.

Heutzutage ist es häufig so, dass man im Dienst acht Stunden am Tag von den Fahrgästen angepöbelt wird. Einige Fahrgäste sind ziemlich unfreundlich. Jemand stieg mal an einer Haltestelle ein, befahl nur kurz sein Ziel, bezahlte sein Ticket, fragte, ob es noch abgestempelt werden muss, und beschwerte sich abschließend, dass die Fahrpreise immer teurer werden. Hinzu kam, dass er gar nicht wusste, wohin meine Bahn fuhr und dass sie nicht an seiner Haltestelle hielt. Dafür wollte er mich dann verantwortlich machen und ich versuchte ihm zu erklären, dass ich zwar für jedes Ziel Fahrkarten verkaufe könne, aber nicht jedes Ziel anfahren könne. Das hat er, glaube ich, verstanden. Über solche Kleinigkeiten kann man aber noch lachen. Und ich muss über so etwas auch lachen, denn sonst kriege ich es irgendwann an den Nerven, wenn ich mich acht Stunden lang nur aufrege. Ein Straßenbahnfahrer, der so etwas nicht kann, sollte den Beruf daher lieber nicht ausüben.

Ich bin dennoch froh, dass wir die Fahrscheine noch verkaufen, denn sonst hätten wir gar keinen Kontakt mehr zu den Leuten. Bei den moderneren Bahnen einer anderen Verkehrsgesellschaft sitzt man abgeschottet in einer Kabine. Ich bin dort mal mitgefahren und es stieg eine ältere Dame ein, die nicht wusste, ob man den Fahrer etwas fragen kann. Sie hat sich nicht getraut und klopfte ganz vorsichtig, woraufhin der Fahrer nur ganz barsch reagierte. Dem hätte ich eine klatschen können, so etwas würde ich nie machen. Ich würde dann zur nächsten Haltestelle fahren, das Fenster der Kabine runtermachen und der Frau helfen, so gut ich kann. Er hat das zwar auch gemacht, aber in einem anderen Ton. Und der Ton macht ja bekanntlich die Musik. Viele Leute kennt man, da es auch bei der Straßenbahn Stammkunden gibt. Von denen kriegt man vielleicht sogar mal eine frische Brezel oder eine Tafel Schokolade zu Weihnachten. Da freue ich mich.

Eine andere Frau hat andauernd Blödsinn in der Bahn gemacht, aber sie hat mir öfters mal einen Döner am Bahnhof geholt oder Muffins. Wir Straßenbahnfahrer kannten diese Frau alle sehr gut. Sie ist nach einiger Zeit an Krebs gestorben. Wir haben für sie eine Annonce aufgesetzt und sind alle zusammen zu ihrer Beerdigung gegangen, in Uniform, damit man sieht, wer wir sind. Der Pfarrer hat sich noch für unseren Besuch bedankt und die Verwandtschaft, größtenteils Amerikaner, konnten es kaum glauben, dass wir so gut zusammenhalten. Eine andere alte Dame hat ihr Gebiss in der Bahn verloren und ich hab ihr dann ermöglicht, dass sie es abwaschen kann. Dies sind die Momente, die den Dienst wesentlich schneller vorbeigehen lassen. Das in den offenen Straßenbahnen ist eine schöne Zeit und man hat auch noch Kontakt zu den Leuten, während manche Fahrer in den moderneren Bahnen ihre Kabine dicht machen, sodass man sie gar nicht mehr ansprechen kann. Solange wir aber noch Fahrscheine verkaufen, hat man, außer nur zu fahren, noch etwas Zusätzliches zu tun. Ich bin froh, neben dem Fahren auch etwas anderes zu tun. Ich nehme als Beispiel die Rechtschreibung. Ich muss nur so wenig in meinem Beruf schreiben, dass ich Probleme habe, in wichtigen Situationen richtig zu schreiben.

Wenn ich lesen will, habe ich Probleme mit der Brille, da ich mit meiner neuen Brille doppelt sehe. Ich darf sie aber von Berufs wegen auch nicht absetzen. Aber wie soll ich Straßenbahn fahren, wenn ich die Ampel doppelt sehe? Also habe ich die Brille bereits zu Hause aufgesetzt, um mich daran zu gewöhnen, was dazu führte, dass ich die Kellertreppe herabgeflogen bin, da ich die Stufen doppelt gesehen habe. Das ist eine große Umstellung, aber ohne die Brille kann ich keinen Fahrplan mehr lesen oder eine Meldung schreiben. Aber es gibt schlimmeres, oder?

Kosteneinsparung und Umstrukturierung

Mir ist es egal, mit welcher Bahn ich herumkurve. Wenn ich aber mit einer alten Bahn unterwegs bin, muss ich die Haltestellen immer ausrufen. Das mag ich nicht. Anscheinend ist es zu teuer, das Kabel für die Sprechanlage durch die Bahn zu ziehen, denn es muss ja überall Geld gespart werden. In einem anderen Fall habe ich mich mit einem Teamleiter über die Baustellen-Plastiktoiletten an einer Endstelle unterhalten, denn ich muss dort mit diesen bereits seit zwanzig Jahren vorlieb nehmen. Es ist nämlich dem Bürgermeister der entsprechenden Gemeinde zu teuer, eine Wasserleitung dorthin zu legen. Ich denke nicht, dass sich da noch etwas ändern wird.

In einigen Stadtteilen parken die Einwohner regelmäßig den Schienenbereich zu. Da haben wir Fahrer uns sogar dafür eingesetzt, dass dort ein weißer Streifen gemalt wird. Wenn ich Nacht- oder Frühschicht habe und mit einer modernen Bahn unterwegs bin, welche relativ breit ist, muss ich dort Schritttempo fahren oder sogar aussteigen und den Spiegel der Autos einklappen. Eigentlich darf ich das gar nicht machen. Zusätzlich haben die moderneren Bahnen relativ große Blinker, mit denen man auch hängen bleiben kann. Wie oft musste ich schon mit der Straßenbahn dort stehen bleiben und mit einem Abschleppwagen die Autos wegfahren lassen, sodass sich hinter mir sechs oder acht Straßenbahnen gesammelt haben. An dieser Situation tut sich einfach gar nichts. Die Stadtverwaltung möchte dort einfach keinen weißen Streifen haben und so muss ich mich immer am Augenmaß orientieren, ob ich mit der Bahn noch vorbei komme oder nicht. Der Bürgermeister will dazu auch nichts sagen – und ich habe nicht mehr weiter nachgefragt. Ich bin manchmal wirklich froh, wenn ein achtstündiger Arbeitstag vorbei und nichts passiert ist.

Die Stimmung unter den Arbeitskollegen ist sehr schlecht geworden. Früher waren wir in bestimmte Teams von elf Leuten eingeteilt und das hat immer gut funktioniert. Wir haben zusammen Kaffee getrunken und Blödsinn gemacht. Da wusste man auch sofort, welcher faule Sack wieder zu Hause saß, für den man einspringen musste, wenn er nicht kam. Irgendwann haben sie aber angefangen, diese Teams zu zerrupfen, niemand weiß warum. Seitdem guckt jeder nur noch auf sich und wie er  dem anderen eins reinwürgen kann. Dieses Zerrupfen des Betriebes will keiner der Mitarbeiter. Nun hat der Betrieb auch ein Stundenbuch eingeführt, von dem ich nicht weiß, was das bezwecken soll, denn dort kann ich eintragen, wann ich fahren möchte, was aber gar nicht unbedingt berücksichtigt wird.

Ich kann heute froh darüber sei, wenn die Lohnsicherung noch bis nächstes Jahr besteht und ich dann nicht 200 oder 300 Euro weniger verdiene. Das ist eine Unverschämtheit, dass die Chefetage in meinem Beruf, der so anstrengend ist und so viel Verantwortung erfordert, noch die Löhne kürzen will. Ich bin nämlich aufgrund des Geldes zu diesem Beruf gekommen, denn in meinem früheren Beruf, ich war Gärtner, habe ich lediglich 1.200 DM, also circa 600 Euro, verdient – das war nichts.

Jetzt auf einmal werden Teamleiter eingeführt. Wenn früher etwas nicht stimmte, dann sind wir zum Verkehrsmeister gegangen, welcher sich um das Problem gekümmert hat. Heute sitzen jeweils ein Teamleiter und ein Verkehrsmeister in einer Teamsitzung. Wenn sich wenigstens etwas tun würde und man nicht drei Jahre warten muss, bis sich etwas tut, dann würde ich mich auch sofort für einen Teamleiter aussprechen. Aber ich erkenne den Nutzen nicht. Wenn wir immer Verspätungen haben und von den Fahrgästen angemeckert werden, weil sie ihre Züge bekommen müssen, kann ich von diesem neuen System mit Teamleitern nicht von Erfolg sprechen. Ich mag Teamsitzungen nicht und bin froh, wenn sie vorüber sind. Dort wird nur durcheinander geredet sodass man sich gegenseitig gar nicht versteht. Das ist wie im Kindergarten! Ich bin ein ruhiger Mensch und mir fällt es schwer, mich ich solchen lautstarken Teamsitzungen äußern zu können.

Dienstzeiten eines Straßenbahnfahrers

Die Frühdienste sind hart. Sie dauern bis viertel vor zehn, meistens trinke ich danach noch einen Kaffee mit guten Kollegen und fahre dann nach Hause. Wenn ich morgens um sieben Uhr Dienst habe, muss ich bereits um fünf oder sechs Uhr aufstehen, weil ich nicht unbedingt weiß, wie es beim Aufwachen meinem operierten Kreuz geht.

Es gibt viele Leute, die gerne den geteilten Dienst mit einigen Stunden Pause haben, damit sie zum Beispiel abends mir ihrer Frau essen können. Mir ist hingegen der lange Mittagsdienst bis abends um halb zehn lieber. Ich mache zwar auch meine Frühdienste, aber vier Frühdienste hintereinander ist hart, gerade im Sommer, wenn es früh morgens schon hell wird und ich bei 35 °C in der Bahn sitzen muss. Außerdem muss ich für den Frühdienst um drei Uhr nachts aufstehen und ich schaffe es nicht immer, vorher ausreichend zu schlafen. Man gewöhnt sich aber daran.

Busfahren als Alternative?

Der Abwechslung halber würde ich schon gerne mal Bus fahren; den Schein dafür habe ich daher schon gemacht, auch wenn er nur innerbetrieblich gilt. Das soll mir aber egal sein, da ich hier gar nicht kündigen oder weggehen will. Man kommt aber mit dem Bus in der Innenstadt auch nicht überall problemlos durch, obwohl immer gesagt wird, dass Busfahren schöner ist, da man mehr Pausen hat. Ich habe bei der Straßenbahn meine Spur, in der ich fahre, während der Busfahrer im Winter in einer Bergsiedlung festsitzen kann, da er Schneeketten anfordern muss. Bei der Straßenbahn sind die Probleme anders. Viele Leute schaufeln ihren Schnee auf die Schienen, weil sie glauben, die Straßenbahn könnte ihn wegschieben, dabei kann sie genauso stecken bleiben. Es gibt bei uns übrigens sogenannte „Schneekranke“, die immer dann krank sind, wenn im Wetterbericht Schnee angekündigt wurde. Diese Leute kennen wir auch.

Bei meiner Busausbildung habe ich auf nur einer Kurzstrecke eine Schnelleinführung ins Fahren bekommen und ich bin froh, dass sie mich noch nie gefragt haben, ob ich am Busfahren Interesse hätte. Immer wenn ich so etwas gefragt wurde, habe ich mich schnell aus dem Staub gemacht. Ich wollte nicht in den Konflikt kommen, dazu gezwungen zu werden. Ich bin ein eingefleischter Straßenbahnfahrer, der, wie in jedem Beruf, natürlich auch mal einen schlechten Tag hat.

Toiletten für die Mitarbeiter

Der Toilettengang war für mich in den Anfangsjahren ein großes Problem, da ich andauernd zur Toilette musste. Da bin ich schier verrückt geworden. Aber das wussten wir eigentlich vorher, denn man sagte uns bereits bei der Einstellung, dass die WC-Verhältnisse dürftig sind. Wenn ich dann vorschlage, dieses oder jenes zu verbessern, sagt man mir nur, dass ich das doch vorher gewusst hätte.

Wegen dem ständigen Urindrang bin ich irgendwann zu einem Arzt gegangen, der mich untersucht hat, aber nichts finden konnte. Gott sei Dank. Ich habe dann aufgehört, Kaffee zu trinken, obwohl ich eigentlich eine richtige Kaffeetante bin. Das war schrecklich, weil das Aussetzen des Kaffeetrinkens mir Probleme bereitete. Manchmal, wenn ich gerade in der Endstelle ankam und dringend auf Toilette musste, saß auch jemand anderes darauf, der extrem lange braucht. Einmal wollte ich in die Werkstatt auf die Toilette gehen, die aber gerade sauber gemacht wurde, sodass ich mir dann noch Verspätung eingefangen habe. In einer anderen Endstelle gibt es ähnliche Probleme. Dort haben sie das Klo hinter einer Wartebank für die Bushaltestelle aufgestellt. Das ist peinlich, da das Fenster geöffnet ist und die wartenden Fahrgäste das Plätschern hören. Außerdem stinkt es darin, der Boden ist verunreinigt und die Behälter laufen auch des Öfteren mal über. Und darin muss ich mir dann noch die Hände waschen – da kriegt man doch mehr Bakterien an die Hände, als man vorher hatte. Daher vermeide ich es, diese Toilette zu besuchen, sondern lasse mich lieber bei einer Fahrtunterbrechung von einem anderen Mitarbeiter ablösen. Alles andere wäre eine Zumutung.

Diese Baustellen-Plastiktoiletten, die wir an den Endstellen stehen haben, möchte man als Frau sicher nicht unbedingt besuchen. Man hat in diesen Toiletten auch kein Licht, sobald man die Tür schließt. Also ist man gezwungen,  die Tür einen Spalt offen zu lassen. Das ist keine schöne Sache. Da versuche ich lieber, keinen Kaffee beziehungsweise überhaupt nichts während der Fahrt zu trinken. Ich denke mir immer, dass ich das schon aushalten werde. Als Konsequenz habe ich Probleme mit der Niere bekommen, da ich zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen hatte. Der Arzt fand letztlich doch noch eine körperliche Auffälligkeit und verschrieb mir mittlerweile Tabletten. Ich bin froh, dass ich mittlerweile keine Probleme mehr mit der Blase habe. Aber Durchfall ist ja noch schlimmer. Seit drei Jahren habe ich damit schon Probleme, etwa zu der Zeit, als mein Vater starb. Ich fragte den Arzt, ob man daran nicht auch etwas machen kann, worauf er mich auch endoskopisch untersuchte. Gott sei Dank haben sie dabei aber nichts gefunden. Der Arzt meinte, es wäre bei mir eine nervliche Sache. Sie glaube aber nicht, dass es geschäftliche, sondern eher private Ursachen hätte. Und da mir der Beruf Spaß macht und ich in der ganzen Zeit keine Probleme hatte, könne es am Beruf nicht liegen. Ich habe mir dann selber mit homöopathischen Mitteln geholfen.

Probleme mit älteren Straßenbahnen

Die alten Straßenbahnen kann man zwar abschließen, aber ich mache das ungern. Normalerweise müssen die Leute an der Endstelle die Straßenbahn verlassen, weil der Fahrer die Bahn verlässt. Aber man kann die Leute doch nicht außen vorlassen, wenn sie frieren, oder eine ältere Dame nicht hineinlassen. Viele Fahrer sind da sehr rigoros und lassen keine Leute in die Bahn hinein, sodass jene sich dann auch nicht mehr trauen, zu fragen. Ich aber fahre bis zum Toilettenhäuschen vor und lass die Menschen hinein, wenn sie frieren. Das sind eigentlich Kleinigkeiten, die für mich kein Problem darstellen, denn es reicht doch eigentlich, wenn man während des Toilettengangs die Fahrerkabine abschließt. Bei den älteren Straßenbahnen mit offener Fahrerkabine war mir das aber zu gefährlich und ich hätte dort alle meine Sachen mitnehmen müssen, einschließlich Fahrkurbel. Wenn ich also jemanden in einer älteren Bahn allein lasse, muss ich alle Türen abschließen und auch der Strom ist aus, weil ich den Fahrstrom abschalten muss, sobald ich die Bahn verlasse. Fällt dem Fahrgast dann ein, dass er doch nicht mitfahren möchte und gerade dann eine andere Bahn kommt, die er nehmen will, dann hat er ein Problem. Er drückt und drückt auf den Türöffner, aber es passiert nichts. Und dafür kann ich wiederum verantwortlich gemacht werden. Die ganz alten Straßenbahnen ohne jegliche Kabine fahre ich deshalb überhaupt nicht gerne.

Bei diesen Straßenbahnen sind auch die Trittstufen viel zu hoch, sodass alte Menschen und Personen mit Kinderwagen keine Chance haben. Bei den Traktionen, das sind zwei miteinander verbundene Straßenbahnen, muss man einundvierzig Meter Länge mit einem einzigen kleinen Spiegel überblicken. Es wundert mich, dass das überhaupt erlaubt ist. Der Betrieb macht das nur, um einen Fahrer einzusparen. Oder aber die Scheiben sind beschlagen und wenn ich dann das Gebläse einschalte, um freie Sicht zu erhalten, schleudert mir der ganze Dreck entgegen.

Sicherheit vor Pünktlichkeit

Sicherheit ist das Wichtigste. Es gilt für mich immer das Prinzip „Sicherheit vor Pünktlichkeit“, was einem auch in der Ausbildung beigebracht wird. Bei zum Beispiel eingleisigen Streckenabschnitten, wenn mir ein anderer Fahrer ein Zeichen gibt, dass ich mich beeilen soll, ist mir das relativ egal. Wenn mir jemand über Funk sagt, ich solle mich beeilen, kriegt er gar keine Antwort von mir. Die Antwort bekommen dann die Fahrer, die mir entgegenkommen, und manche wissen gar nicht, wie giftig ich werden kann, wenn man mich angreift. Ich bin zwar nicht frech gegenüber anderen, aber wenn mir jemand blöd kommt, gebe ich eine entsprechende Antwort. Denn ich will für sie nicht nur der Depp sein.