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Auszug aus den Leserstimmen:

„Vielen Dank dass Sie [manche] Produkte kostenfrei anbieten, das ist wirklich toll.“‘
„Herzlichen Dank für Ihr Angebot. Ich habe mich sofort von Ihrer Seite angesprochen gefühlt.“
„Schon die ersten paar Kapitel haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und Mut und Kraft gegeben. DANKE“

   

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Publikationen & Kursangebote:

Die 9-Schritte Glücksformel

Videocoaching: Die 9-Schritte-Glücksformel

In 10 Wochen zu deiner persönlichen Glücksformel: Du wünschst dir, glücklicher zu sein und etwas zu verändern?

In 9 Schritten begleitet dich 10 Wochen lang Persönlichkeitscoach Nick Melekian in Form eines Videocoachings. Jede Woche wird ein neuer Schritt freigeschaltet, währenddessen die Möglichkeit besteht, die neuen Erkenntnisse im Leben praktisch in die Tat umzusetzen. Jeder Schritt besteht aus zwei Teilen: Einerseits gibt es Inspiration, Erklärungen und Gedankenanstöße anhand von mehr als 90 ausführlichen Videos. Zudem gibt es ausführliche Arbeitsblätter, um an den eigenen persönlichen Lebenshemen zu arbeiten.

Ziel ist es, in der 10. Woche seine ganz eigene Glücksformel zu erkennen, um diese auch nach dem Coaching weiter umsetzen zu können.

Nach 20 Jahren Erfahrung in der Beratung, Therapie, Coaching und Seminarleitung fasst Nick Melekian die bewährtesten Methoden der Persönlichkeitsentwicklung in diesem neuartigen, einzigartigen System ganzheitlich zusammen.

Inhalte: Über 90 Einzelvideos mit insgesamt mehr als 10 Stunden Videospielzeit. Inklusive über 90 Seiten Coaching-Unterlagen verteilt über 10 Wochen.

Erfahre hier mehr über die 9-Schritte-Glücksformel

Entspannen lernen

Hörbuch: Entspannen lernen

… In 12 Tracks werden neun unterschiedliche Entspannungstechniken nicht nur erklärt, sondern können direkt miterlebt werden. In drei zusätzlichen Bonus-Tracks werden ergänzende Übungen für das allgemeine Wohlbefinden angeboten. Ziel ist es, dass jeder Hörer die für sich passende Methode zu mehr Gelassenheit zu findet. Das unterscheidet diese Veröffentlichung von anderen Entspannungsangeboten, welche oft nur auf eine einzige Methode zugeschnitten sind.

Die Möglichkeiten zur inneren Ruhe zu kommen, beruhen auf sowohl bei uns anerkannten Entspannungstechniken als auch auf weniger bekannte, aber dennoch effektiven, fernöstlichen Praktiken.

Die Inhalte dieses Albums sind eine Teilauskopplung für den Bereich Entspannung & Körpergefühl aus dem Videocoaching Die 9- Schritte-Glücksformel nach Nick Melekian.

Veröffentlichung von Entspannen lernen auf Spotify, Amazon, Apple und allen populären Musikportalen.

 

 

 

Buch & eBook: Berufsgeschichten

Für sein Buch Berufsgeschichten interviewte Nick Melekian 60 Menschen zu Ihrem Beruf und wie sie dazu gekommen sind. Leute aus den unterschiedlichsten Berufen erzählen aus ihrem Berufsalltag, von ihren Erfahrungen, Gefühlen und Einsichten. Der Leser der lebendigen Kurztexte hat den Eindruck, den interviewten Personen gegenüberzustehen und ihnen zuzuhören. Die 60 Geschichten sind ebenso unterhaltsam wie informativ und dienen dem einen zur Berufs- bzw. Neuorientierung, allen anderen geben sie fesselnde Einblicke in das Arbeiten in Deutschland.

Verlag Shaker Media, 566 Seiten, 23 x 15,8 x 4,6 cm Überformat.

 

 

Blogs

Blog: Glücklich & selbstbestimmt

In Nick Melekian’s Blog Lebenstipps für ein glückliches & selbstbestimmtes Leben teilt er Wissen, Erfahrungen und nützliche Gedanken aus den Bereichen der Psychologie und Lebensweisheiten unterschiedlicher, insbesondere fernöstlicher Kulturen.

Die Blogartikel geben kurze Impulse zum Nachdenken und schaffen Motivation sowie Inspiration, um sein Leben größtmöglich selbstbestimmt zu gestalten. Ziel ist es, im Alter erfreut zurückblicken und sagen zu können: „Ja, ich habe das Beste aus meinem Leben gemacht, mir viele Wünsche erfüllt, habe meinen Bedürfnissen die notwendige Beachtung geschenkt und bereue nichts“. Newsletter-Empfänger bekommen automatisch neue Artikel und Videos. Tragen Sie sich daher kostenlos in den Newsletter ein.

In Liebe sein

Blog: In Liebe sein

Tipps für ein herzerfülltes Leben. Konkret wird gezeigt, wie durch eine liebevolle Grundhaltung zum Leben, inneres Glück und auch Glück mit anderen erfahren werden kann.

Über Glück wird viel geschrieben. Ja, es ist fast schon eine Modeerscheinung. Doch wie steht es mit dem Thema Liebe? Eigentlich beschreiben die meisten Menschen Liebe als das größte menschliche Gefühl. Scheinbar hängt also Glück stark von einem Leben in Liebe ab. Viele Menschen tun sich jedoch schwer, das Wort Liebe überhaupt offen in den Mund zu nehmen.

Ist Liebe nur ein Gefühl zwischen Menschen oder vielleicht auch mehr? Liebe zu definieren ist eine Herausforderung. Dieser Blog widmet sich diesem Thema und gibt darüber hinaus praktische Tipps.

Seminare & Beratung

Für Privatpersonen:

MPU-Seminar.de

MPU-Seminar.de

MPU-Vorbereitung über zwei Tage zur Intensiv-Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Das Original seit 15 Jahren. Fundiert – seriös – erschwinglich!

Für Unternehmen:

ruhebringer.com

ruhebringer.com

Coaching zur Problemlösung, Stressbewältigung, Mediation, Teamentwicklung, Change-Begleitung bei Veränderungsprozessen.

Leserstimmen zu den Angeboten

Herzlichen Dank für Ihr Angebot. Ich habe mich sofort von Ihrer Seite angesprochen gefühlt.“

Schon die ersten paar Kapitel [von Veränderungen meistern – so geht’s] haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und Mut und Kraft gegeben. DANKE“

Ein herzliches Dankeschön für den Blogbeitrag Warum du anziehst, was du liebst, wenn du tust, was du liebst, der genau zu meinem Eigenprozess und eben auch zu dem passt, was ich den Menschen bei meiner Arbeit in Zukunft weitergeben möchte.“

Vielen Dank dass Sie [viele] Produkte kostenfrei anbieten, das ist wirklich toll.“

Die Ratschläge helfen mir sehr. Ich weiß jetzt, was ich ändern muss. Viele Grüße“

Die Einleitung [des Buches Berufsgeschichten] war schon interessant, denn ich sage nie ich arbeite als, sondern immer ich bin Krankenschwester und Heilpraktikerin und beides aus Überzeugung, das wurde mir da wieder bewusst.“

Vielen Dank für Deine „frischen Inspirationen“, die mir sehr gefallen. Schön ist das Gefühl mit liebevollen Menschen verbunden zu sein. Die Dankbbarkeitsübung empfinden ich als genial!

Nach einer traumatischen Zeit, auf Grund der ich die Bekanntschaft von Herrn Melekian gemacht hatte, wurde ich sehr zum Nachdenken angeregt und habe begonnen mein Leben neu zu organisieren. Ich wünsche allen viel Erfolg auf dem Weg in ein selbstbestimmtes erfülltes Leben. Es macht Spaß, diesen Weg zu gehen.“

Deine Newsletter finde ich sehr inspirierend und ich freue mich immer, zu unterschiedlichsten Themen von Dir zu lesen. Besonders interessant sind für mich Die Themen Glück und Lebenszufriedenheit.

Ich sammle Übungen, Ideen und Geschichten, weil ich selbst auch gern dazu beitragen möchte, anderen zu mehr Lebensglück zu verhelfen. Auch Deinen Beitrag zum Thema Sprache und bewusstes Einsetzen von Sprache fand ich in diesem Zusammenhang sehr interessant.“

Auszüge aus den Blogs:

Opernsänger

Interview mit einem Opernsänger

Opernsänger: Selbst in einer Oper singen? Was sind es für Menschen, die mit vollem Organ auf der Bühne den Bann des Publikums auf sich ziehen? Ist es vergleichbar mit einem Hobby oder Schwerstarbeit? Dieser interviewte Solist ist von der Oper verzaubert und der Wunsch, sich dort beruflich zu verwirklichen, reifte bereits in der Jugend. Bürgerkrieg und mangelnde Karriereaussichten in seinem Heimatland Georgien brachten ihn nach Deutschland an eine Staatsoper.

 Er ist Mitte dreißig, mit einer Pianistin verheiratet und hat ein Kind. Das Interview findet im Theater statt. Wir treffen uns vor dem Gebäude und gehen durch den Künstlereingang. Wir schreiten vorbei an etlichen Umkleidekabinen und Vorbereitungsräumen (der Dirigent hat ein eigenes Zimmer für sich). Wir machen einen kleinen Schlenker auf die Bühne und auch dahinter, wo es fast so viel Platz gibt wie im Zuschauerbereich. Einen Blick nach oben geworfen sieht man mehrere Etagen, an denen etliche Seilstränge zur Verfügung stehen, um Bühnengegenstände festzumachen beziehungsweise zu bedienen. Das Interview findet in einem kleinen, unauffälligen Raum statt, in dem neben einem Tisch, Stuhl und Sofa auch ein Klavier steht. Es dient im Alltag zum Warmmachen der Künstler.

Der Beruf des Opernsängers war eine rein zufällige Entscheidung. Ich mochte die Kunst schon immer, ob Malerei, Singen oder andere Musik. Die Künste stellten mein Hobby dar, wohingegen mich Dinge wie Mathematik nie ansprachen. Zuerst wollte ich Maler werden und bin daher auch in eine Malerschule gegangen. Dort habe ich angefangen zu zeichnen. Man war dort sehr zufrieden mit mir und habe fast sechs Jahre lang Kunst studiert, was für mich eine sehr interessante Zeit war. Eines Tages sah ich die großen Plakate der Opernfestspiele – da war ich etwa fünfzehn Jahre alt und habe mich sofort dafür interessiert. Ich ging also zu den Festspielen und der Klang des Orchesters auf der Bühne war der Wahnsinn. In der Chorbesetzung gab es eine wunderbare Sopranistin und einen tollen Tenor. Die Fähigkeit, in besonders hohen Tonlagen zu singen hat mich derart fasziniert, dass ich dies unbedingt auch machen wollte. Die Frage war nur, wie ich das machen sollte, da ich keine Stimmausbildung hatte. Mir war klar, dass es sehr schwer werden würde, den Anforderungen gerecht zu werden, aber ich sah es nicht als unmöglich an.

Nachdem die Festspiele beendet waren, war ich von dem Gesang verzaubert. Ich trat also in die Gesangsschule ein. Eines Tages kam ein Professor zu Besuch, ein sehr berühmter Mann und selbst Tenorsänger – ein wie ich empfinde, sehr kluger und intelligenter Mann. Er hat in einer Oper in Berlin gesungen und war dort auch für die Regie zuständig. Er wollte mit mir zusammenarbeiten und hat mich nach Berlin eingeladen. Dieser Mann war Italiener und sprach schlecht Deutsch, hat es aber geschafft, sich die deutsche Aussprache anzueignen. Ich habe mit ihm geübt und irgendwann klappte das Ariensingen mit einem Mal. Für mich war nun klar, dass ich Opernsänger werde und als ich es zu Hause erzählte, wollte man mir erst gar nicht glauben, dass dies ich dies so einfach könne. Man wollte mir noch einreden, dass es ein schwerer Beruf sei, aber ich wollte es unbedingt probieren. Wenn man mit einer schönen Stimme begabt ist, dann muss man sie pflegen, und das kostet Zeit!

Als ich damals in das Zimmer dieses Professors kam, saß dort eine Jury. Ich war etwas überrascht, aber man beruhigte mich, dass dies für mich kein Problem darstelle und mich diese Jury einfach nur hören wolle. Manche Sänger haben schon zu Beginn ihrer Karriere eine phänomenale Stimme, die machen einfach den Mund auf und es funktioniert. Bei mir war das nicht so. Ich hatte eine schöne, aber normalgute Stimme. Stimmen sind zwar nicht immer von Anfang an gleich so kultiviert, aber ich glaube, dass jede Stimme von Natur aus eine bestimmte Kraft zum Verzaubern hat. Und wenn sie dann noch schön hoch und laut ist, dann ist sie geradezu mysteriös. Es fehlt bei den meisten Stimmen einfach der Feinschliff, aber man kann bestimmte Probleme mit genügend Arbeit irgendwann bewältigen. Mich nahmen sie dann schließlich, da ihnen meine Stimme gefiel. Ich möchte mein Volk jetzt nicht allzu sehr emporheben, aber es ist so, dass jeder dritte Georgier singt, meistens Volkslieder. Feiern oder Tanzen ohne Gesang ist bei uns unvorstellbar. Es war von daher wohl kein Wunder, dass ich singen konnte.

Bürgerkrieg und Theater in Georgien

Ich habe, wie schon erwähnt, sechs Jahre lang in Tiflis studiert. In der Zeit hatte ich zweimal Grippe, die etwas länger andauerte. Darum musste ich auch mein Examen aufschieben und eine Auszeit nehmen. Zur der Zeit, als ich mit meinem Studium fertig war, ging gerade die Sowjetunion in die Brüche, es herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände und viele wollten das Land verlassen. Ich war nach meinem Studium zwei Jahre beim Theater. Georgien ist von der Größe her nicht mit Deutschland zu vergleichen; es ist vielleicht etwas größer als Bayern. Dort gibt es nur ein großes Theater und drei andere, die etwas kleiner sind. Zur dieser unruhigen Zeit waren die drei kleinen Theater geschlossen, da es auch an Elektrizität mangelte. Teilweise  gab es nur zwei Stunden am Tag Strom – diese Zeit werde ich niemals vergessen.

Meine Mutter hat im Krieg ihre Arbeit verloren und mein Vater starb bereits kurz nach meiner Geburt durch einen Unfall. Daher entschied ich mich für den Opernchor. Es wäre aus Geldgründen nicht klug gewesen, ins Theater zu gehen und dort meine Karriere zu beginnen. Auch verdient ein Chorsänger mehr Geld als ein Solist. Das kommt daher, dass der Chorgesang stabiler und sicherer ist, denn nur wenige Solisten bekommen Angebote von einer Oper und der damit verbundene Stress machte die viele Vorarbeit eigentlich sinnlos. Es lohnte sich für mich also nicht, als Solist eine große Arbeit aufzunehmen und im Endeffekt nur wenig zu verdienen. Nach einer gewissen Zeit als Chorsänger zog ich zurück in meine Heimatstadt und ich blieb noch für weitere zwei Jahre dort, da auch sich die Zeiten mittlerweile etwas gebessert hatten.

Umzug nach Deutschland

Danach bin ich nach München gezogen, wo ich später, nach zwei Jahren Studium, auch meine Meisterklasse absolvierte. Ich hatte zunächst Probleme mit der Sprache, wollte aber unbedingt studieren, da ich das Gefühl hatte, dass mir sonst etwas fehlen würde. Ich glaube, dass die kultivierte Kunst wesentlich besser ist als eine solche, die nur von einer guten Stimme lebt. Daher interessierte ich mich für die Staatsoper in München. Dort hört man sehr schöne Stimmen von extraordinären Sängern. Da habe ich dann auch meine Frau kennengelernt; sie studierte an derselben Hochschule wie ich. Das war für mich eine gute Gelegenheit, Deutsch zu lernen (lacht) – sie ist eine gute und herzliche Frau. Nach zwei Jahren verbesserten sich meine Deutschkenntnisse allmählich, nachdem mich zu Beginn in Deutschland beim Vorsingen niemand verstand, was wirklich peinlich war.

Wenn man eine gute Stimme hat, spielt es keine Rolle, welcher Nationalität man angehört. Es gab viele Nationalitäten an diesem Staatstheater, darunter Amerikaner, Russen und Tschechen, und ich konnte viele von ihnen sogar allein an der Stimme unterscheiden: Koreaner beispielsweise haben eine kräftige und breite Stimme, während deutsche Stimmen einen recht kopfigen Klang haben. Wir Georgier neigen eher zur Bruststimme, was wir akzeptieren, aber kultivieren müssen. Wenn die Stimme höher wird, muss man ihr einen kopfigen Klang geben, was relativ schwer ist. Will man also im Gesang das hohe C erreichen, muss man bei dem Ton Fis oder G von Brust zur Kopfstimme wechseln, was einen gewissen Grad an Professionalität erfordert. Drückt man aber diese hohen Töne mit der Bruststimme heraus, dann geht das nicht lange gut.

Anforderungen an einen Opernsänger

Wer eine Karriere in dem Bereich des Operngesangs anstrebt, braucht nicht nur eine gute Stimme, sondern auch eine guten Kopf und natürlich Gesundheit. Es gibt für Opernsänger eine Liste mit elf Postulaten, darunter finden sich Qualitäten wie Gesundheit, Aussehen, starke Nerven, Ausstrahlung, lebendige Augen, usw. Nach der Liste zu urteilen hätte ich eigentlich aufhören müssen, aber da war es schon zu spät (lacht). OK, das war jetzt ein Scherz. Musik geht durch den ganzen Körper und darum ist zum Beispiel eine schlechte Gesundheit Gift.

Gesang muss reich an Gefühlen sein, und genau das ist es, was man in seiner Ausbildung lernen muss: Beispielsweise an den richtigen Stellen pianissimo zu singen, auch in hohen Lagen. Wenn etwas laut gesungen werden muss, dann soll es auf eine schöne Weise laut sein. Dafür braucht es den entsprechenden Willen einerseits und andererseits Verstand, um zu wissen, wie man bestimmte Anforderungen umsetzt. Gute italienische Sänger arbeiten auf genau diese Art und Weise und üben die entsprechenden Lautstärken und Tonfarben ein. Ohne diese und andere Bedingungen, wie zum Beispiel richtige Phrasierung und lebendiges Singen, ist eine Karriere als Sänger nicht möglich.

Die Stimme eines Opernsängers muss so professionell sein, so dass sie jeden Tag gleich klingt. Wenn sie sich an verschiedenen Tagen anders verhält, heißt das, dass man kein professioneller Sänger ist. Wir Sänger benutzen unsere Kehle als Instrument, was genau unsere Arbeit und unser Ziel darstellt. Die Kehle und die Stimmbänder als Instrument zu benutzen erfordert viel Übung und regelmäßiges Einsingen. Ich kannte einen sehr guten Tenorsänger, der in einer Oper in Moskau gesungen hat. Er war von Natur aus Sänger, hatte eine wunderbare Stimme und war darüber hinaus menschlich gut zu ertragen. Er sagte mal, dass er Angst hätte, die Form seines Gesangs und seiner Stimme zu verlieren, weshalb er sich jeden Tag wenigstens eine halbe Stunde einsingt. Und das muss eigentlich jeder gute Sänger tun, zumindest eine viertel Stunde lang, um seine Stimme zu kontrollieren. Das macht einen selbst auch sicherer. Man darf nicht seine Stimme suchen müssen und in Unsicherheit verfallen, wie sie beim Gesang wohl klingen möge. Die Stimme muss wie ein Apparat funktionieren. Ich achte darauf, wie ich atme und dass ich beim Singen gerade stehe.

Für mich gibt es beim Gesang keine Unterschiede nach Stilrichtung, egal ob es sich um Pop, Rock oder Opern handelt. Jeder Stil kann in gleicher Weise ausdrucksstark und anspruchsvoll sein wie Opernmusik. Natürlich ist es schwer, eine Opernstimme entsprechend zu zügeln, aber Gesang im Allgemeinen ist immer etwas Schweres. Wenn ein Mensch mit so einem Talent geboren wurde, würde ich es als Gabe Gottes bezeichnen, die man pflegen muss.

Ruhe ist das Erfolgsrezept vor dem Auftritt

Manchmal ist das Leben für einen Solisten die Hölle. Für mich ist es egal, auf welcher Bühne ich auftrete, da wir Solisten gelernt haben, dass jede Bühne für einen Künstler heilig ist. Vor einem Auftritt dürfen wir keinen Alkohol trinken und müssen uns einen Tag vor dem Auftritt ausruhen, damit wir sicherer werden. Und das tut gut, muss ich sagen. Meine Stimme klingt dann auch besser und die Stimmbänder liegen so locker, dass sie auf die eigenen Anforderungen richtig reagieren. Angst vor dem Auftritt habe ich eigentlich nicht, aber Nervosität begleitet mich meist schon. Ich bin sogar der Ansicht, dass ein wenig Aufregung bei der Musik hilfreich ist. Es fördert die Lebendigkeit und Schönheit der Musik.

Die Stimmbänder sind sehr empfindlich. Als ich noch in Georgien studierte, habe ich sehr viel über die Physiologie der Stimmbänder gelernt. Wir haben unsere eigenen Stimmbänder mit einem kleinen Spiegel betrachtet. Wenn ich beispielsweise nervös bin und danach singen muss, funktioniert die Stimme zwar zunächst, aber nur kurzfristig und nach fünfzehn Minuten ist sie wieder weg. Daher sind Ruhe und ausreichend Schlaf besonders wichtig für einen Sänger. Wenn ich gut schlafe und keine schlechten Gefühle mich trüben, dann singe ich auch gut. Ich kenne eine Opernsängerin, die konnte eine traurige Liebesgeschichte und davon insbesondere die letzte Arie, bei der sich die Figur von ihrem Kind verabschiedet, so singen, dass ich eine Gänsehaut bekam! Ich wundere mich darüber, dass sie durch das Singen sogar das Weinen transportieren kann. Wenn ich weine, dann kann ich überhaupt nicht singen.

Sie hat aber selber kein Kind, vielleicht kann sie es auch deswegen besonders gut darstellen, weil sie die entsprechenden Gefühle dabei nicht hat. Ein anderer mir bekannter Sänger hat einst ein Telegramm bekommen, dass seine Mutter verstorben war. Er musste danach auf die Bühne und eine berühmte Arie singen, in der es um Leidenschaften ging – also ein sehr trauriger Gesang. Er hat an diesem Tag derart emotional und leidenschaftlich gesungen, dass die Leute im Zuschauersaal darüber zu tiefst erstaunt und gerührt waren. Ich kann es manchmal sogar heraushören, ob jemand echte Trauer oder nur vorgespielte beim Singen empfindet.

Einschränkungen im Leben und Charaktere

Mein Beruf ist stark ritualisiert. Wenn ich an einem bestimmten Tag eine Vorstellung habe, dann kann ich nichts mit meiner Familie oder meinen Freunden unternehmen und im umgekehrten Fall gibt es Tage, an denen ich keinen Auftritt habe, aber niemand anders Zeit hat. Für mich ist das schwer, denn ein gutes Bier zu genießen und einer netten Feier beizuwohnen, zähle ich auch zu meiner Natur.

Das Theater ist ein geschlossenes System, wie ein Staat. So gibt es Vorsitzende, Präsidenten, und so weiter. Wie eine Art Staat im Staat. Es existiert auch eine Art Karrieretreppe und auf dieser trifft man die verschiedensten Charaktere. Es gibt hinterhältige Leute, die mir, obwohl ich es selber besser weiß, sagen, ich hätte an einem bestimmten Auftritt besonders gut gesungen. Wenn man dann aber gut singt, sagen sie auch mal gar nichts; so etwas gibt es sicher in jedem Beruf. Ich würde aber dennoch sagen, dass die Gesellschaft hier, insbesondere der Chor, eine wunderbare Mannschaft abgibt.

Sprachen sowie Texte lernen und vergessen

Es ist eine schwere Sache, wenn man während einer Oper die Sprache wechseln muss, aber es ist machbar. Ich erinnere mich an eine Oper, in welcher gleichzeitig die Sprachen Italienisch, Französisch und Russisch verwendet wurden. Man muss auch einen solchen Fall irgendwie meistern. Es ist nur besonders unangenehm, wenn man als Opernsänger zwar besonders klar und schön singt, aber das Publikum den Text nicht verstehen kann. Daher machen diejenigen Sänger, die nur eine gute Stimme haben, nur eine mittelmäßige Karriere und kommen selten in die großen Opernhäuser. Ich muss in vielen verschiedenen Sprachen singen: Italienisch, Französisch, Deutsch, Russisch und in Messen sogar Lateinisch. Es ist dabei besonders schwer, im Bereich der hohen Töne ein Wort deutlich auszusprechen. Man muss sehr viel üben, um eine solche Situation zu meistern. Daher gibt es Aufführungshäusern diese kleinen Broschüren, die den Handlungsverlauf enthalten. Auf diese Weise ist nicht nur die Musik im Vordergrund, sondern es wird auch auf die Handlung geachtet. Was mich belasten kann, ist, wenn ich sehr kurzfristig als Sänger einspringen und singen muss und daher bei einigen Textstellen nicht sicher bin – sowas ist anstrengend.

Dieses Jahr musste ich nicht viele Lieder erlernen. Wir haben eine große französische Oper einstudiert, bei der ich ein Stück singen musste – das war´s. Es finden nämlich immer wieder Neuaufnahmen bereits bekannter Stücke statt. Ich bin hier noch relativ neu an dem Opernhaus und lerne im Jahr einige Stücke. Beim Singen im Chor bin ich nicht immer zu hundert Prozent sicher, das ist menschlich. Im Chor kommt es aber auf den Gesamtklang an. Anders als beim Sologesang ist es nicht schlimm, wenn ich mal einen Part vergesse, da ihn dann andere aus meiner Stimmgruppe übernehmen. Ich habe auch mal als Solist meinen Text vergessen. Ich ging wie immer auf die Bühne und begann zu singen, aber mit einem Mal – und das geht wirklich schnell – hatte ich den kommenden Text vergessen. Ein normales Lied hat einige Pausen und das hilft mir, mich dabei zu konzentrieren. Aber in Opernarien werden extrem lange Passagen an einem Stück gesungen, da kann man leicht eine Passage vergessen oder in einem Moment nicht mehr weiter wissen. Als mir das damals in der Oper passierte, habe ich mich wirklich geschämt, obwohl viele der anderen anwesenden Personen gelacht haben. Der Professor lobte mich sogar noch, dass ich nicht unterbrochen habe, sondern einfach „irgendetwas“ weitersang (lacht).

Allerdings passiert das im Normalfall eines Auftritts nicht, denn wie in jedem Konzert gibt es auch in meinem Opernhaus ein oder mehrere Souffleure. Die sprechen den Text mit und obwohl es relativ schnell geht, hilft es sehr. Ein guter Souffleur wird auch vom Publikum nicht gehört, wenn er einerseits eine gute Aussprache hat und andererseits dabei noch relativ leise sprechen kann. Seine Kabine ist zudem relativ klein und das Licht ist schlecht, so dass man sagen kann, es ist doch eine sehr schwere Arbeit. Aber es ist eine sehr wichtige, denn es kann, wie gesagt, durchaus vorkommen, dass man in der Oper seine Rolle spielt und plötzlich der Text nicht mehr präsent ist, selbst, wenn man sich vorher noch sicher fühlte.

 

 

Einleitung zu „In Liebe sein – Inneres Glück durch Liebe“

In Liebe sein

In diesem Blog gibt es Tipps für ein glückliches, herzerfülltes und selbstbestimmtes Leben. Konkret wird gezeigt, wie du durch eine herzoffene Grundhaltung zum Leben, zu anderen und zu dir selbst Glück erfahren kannst.

 

Liebe und Glück

Über Glück wird viel geschrieben. Ja, es ist fast schon eine Modeerscheinung über Glück zu sprechen. Doch wie steht es mit dem Thema Liebe? Viele Menschen beschreiben Liebe als das größte menschliche Gefühl. Scheinbar hängt also Glück stark von einem Leben in Liebe ab.

Liebe stellt jedoch, ähnlich wie Glück, all diejenigen vor eine große Herausforderung, die versuchen, sie zu definieren oder zumindest annähernd zu beschreiben. Ja, wo fängt man überhaupt an: Ist Liebe ein Gefühl oder mehr? Was ist sie? Ich traf bereits unzählige von Menschen, die auf der Suche nach Liebe waren. Ich selbst kannte diese Suche. Gleichzeitig gibt es eine Menge von Menschen, die den Versuch wagen, Liebe zu definieren. Nicht selten definieren diejenigen, die eine weltliche Sichtweise haben, die Liebe in einer Art und Weise als sei sie ein wissenschaftlicher Gegenstand. Gleichzeit beschreiben Leute, die aus der spirituellen Richtung kommen, Liebe als etwas kaum greifbares. Am Ende bleibt sie ein Mysterium für die meisten Suchenden. Und doch wird das Wort Liebe täglich verwendet – in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Und mitunter verbindet jeder Mensch etwas anderes damit.

Wer traut sich über Liebe zu sprechen?

Ist es nicht interessant, dass es in vielen Gesellschaftsgruppen angesagter ist, über Gewalt, Mord und Totschlag zu sprechen, als über Liebe? Kennst du das nicht auch: Im Alltag finden wir zuhauf Filme, Berichte oder Gespräche, in denen es um Aggression oder Auseinandersetzungen geht. Was wäre ein Film ohne Mord, Nachrichten ohne Krieg? Was würde passieren, wenn jemand über Liebe sprechen würde? Womöglich würden alle verdutzt schauen und sich scherzhaft fragen, ob vor ihnen ein neuer Messias stünde? Über Liebe sprechen ist nur selten „gesellschaftstauglich“ und ich kenne Menschen, dazu zählte ich mich früher auch, die offen sagen, dass sie das Wort nicht einmal über Ihre Lippen bekommen! Außer, man reduziert Liebe vollständig auf ein Gefühl zwischen Verliebten. Doch dass mehr hinter Liebe steckt als nur ein Liebesgefühl zwischen Pärchen, hast du wohl bereits im Gefühl, sonst wärst du nicht auf der Suche und auf dieser Website.

Weil mir meine Erkenntnisse in Bezug auf Liebe viel bedeuten, liegt es mir am Herzen, diese mit dir zu teilen. Das Mysterium, was Liebe ist, möchte ich gemeinsam mit dir auflösen. Ich erzähle von meinen Erfahrungen, meinen Gedanken. Und auch du kannst dich auf dieser Website einbringen, in dem du andere von deinen Erlebnissen und Gedanken teilhaben lassen kannst. All die begleitenden Umstände, die einher gehen, wenn man in Liebe ist, möchte ich gerne mit meiner Umwelt teilen, mit dir teilen. Meine Intention hinter diesem Blog ist, dass sich Liebe vermehrt und mehr Menschen daran teilhaben können.

„Alle Gesetze wären entbehrlich“

Ist für uns alle nicht die Vorstellung schön, in einer Welt zu leben, in der Liebe vorherrscht? Als ein Beispiel, wie solche eine Welt aussieht habe ich ein Zitat von Aristoteles im Kopf: „Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich“.

Wer es erfahren hat, wirklich in Liebe zu sein, benutzt allein das Wort wahrscheinlich zukünftig immer selbstverständlicher und häufiger. Wäre es nicht schön, wenn über Liebe so normal gesprochen würde wie über Alltägliches oder gar Gewalt? Wer es erfahren hat, wie es sich anfühlt, in Liebe zu sein, der muss keine zigtausende Bücher zur Selbsterfahrung lesen. Der muss nicht, wie manche Menschen, um die halbe Welt reisen um in Seminaren oder an spirituellen Orten nach Liebe zu suchen. Der kann auch unabhängig von anderen glücklich mit sich selbst sein. In Liebe sein. Ganz bei sich im hier und jetzt. Wissend, dass Liebe bereits da ist, in jedem von uns innewohnt. Es geht um mehr als ein Gefühl. Sie ist für jedermann greifbar nahe und kein unerreichbares Konstrukt aus einer anderen Welt. Sie ist bereits hier. In dir. Hier und jetzt. Egal was man gerade tut.

Und nun los, sei einfach in Liebe!

Es kann so schön sein, in Liebe zu sein. Ganz gleich ob du einem Glauben angehörst oder nicht. Ob du dich spirituell siehst oder überhaupt nicht. Das Schöne: Je mehr du in Liebe lebst, desto wunderbarer siehst du nicht nur deine Umwelt, deine Liebe überträgt sich auch ohne weiteres Zutun, ganz automatisch auf deine Umwelt. Weil sich wohl deine Sicht der Dinge und damit auch dein Handeln verändert. Automatisch wird deine Umwelt darauf reagieren – bewusst oder unbewusst. Doch es geht gar nicht um ein Weltverbessern. Du selbst wirst dich einfach nur gut fühlen. In Liebe sein.

Schön, dass du hier bist! Vielleicht empfiehlst du diese Seite ja weiter? Hast Du ein ganz besonderes Anliegen oder Erfahrungen zu teilen? Ich lade dich herzlich dazu ein, in Form von Kommentaren mitzusprechen:

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Herzlichst
Nick Melekian

 

P.S.: Manche Menschen erwarten beim Aussprechen von Liebe eine Art „Priester“ oder „Guru“ vor sich. Das bin ich nicht. Ich sehe mich als bodenständigen Menschen, der erkannt, hat, dass das Leben von Liebe im Leben erst Glück so richtig zur Folge hat! 🙂

Bademeisterin

Interview mit einer Bademeisterin

„Bademeister stehen nur am Beckenrand und sonnen sich“. Dass dieses Klischee nicht wahr ist, weiß diese Bademeisterin zu berichten. Wer hätte gedacht, dass Bademeister sogar über rechtliche Fragen wie vorläufige Festnahmen Bescheid wissen müssen? Die hier erzählende Bademeisterin legt dar, wie vielschichtig ihr Beruf ist und warum auch ihr Privatleben davon nicht unberührt bleibt.

Sie ist Ende zwanzig und ledig. Das Gespräch findet auf einer Bank am Beckenrand statt. Es ist Nieselwetter bei herbstlichen Temperaturen im Juli. Während des Gesprächs hat sie stets aufmerksam das Becken und die umgebenden grünen Wiesen im Blick. Es ist spürbar, dass sie auch mit ihren Ohren alle Klänge wahrnimmt, um bei Tönen, die sie nicht als ungefährlich einstufen kann, präsent zu sein.

Ich wollte immer etwas machen, wo ich Bewegungsfreiheit habe, wo ich flexibel sein kann. Mir fiel die Entscheidung, dass ich eine Arbeit ohne Schreibtisch brauche, eigentlich recht leicht. Es standen dabei verschiedene Berufe zur Auswahl. Ich wollte zur Polizei, ich wollte Dachdecker, wollte Zimmermann werden. Alle Berufe, bei denen man mit den Händen arbeiten muss und mit Menschen zu tun hat, standen bei der Auswahl zur Berufsentscheidung sehr im Vordergrund. Ich informierte mich über verschiedene Berufe und dann fiel mir dieser Beruf einfach ein. Wasser ist herrlich. Ich kann im Freien arbeiten, habe Menschen um mich, muss flexibel handeln und habe verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten, was mir auch wichtig war. Da fiel mir der Beruf eigentlich in die Hände, habe ihn schließlich begonnen und die Ausbildung zu Ende gebracht. Ich wollte unbedingt zur Polizei, aber damals war ich zu jung. Damals war die Körpergröße für die Frauen auch noch höher angesetzt. Dann dachte ich mir, o.k., das mit der Größe kriege ich bestimmt irgendwie geregelt, aber ich brauche erst einmal eine Ausbildung und musste achtzehn werden. Aber ich bin hier hängen geblieben. Ich wollte erst noch eine Umschulung machen, zur Polizei, dachte mir Hundestaffel, Wasserwacht oder etwas in der Richtung. Aber ich bin halt einfach hier hängen geblieben. Und eigentlich bin ich froh darum. Wasser ist ein schönes Element: Es macht Spaß, Schwimmern zu[1]zugucken, es macht mir Freude, mich selbst im Wasser bewegen zu können, es ist einfach herrlich. Ob ich im Gebirge laufe und einen See vor mir habe oder an den Strand gehe und habe das Meer vor mir. Wasser ist einfach ein schönes Element. Es strahlt Ruhe aus, aber auch Kraft. Das ist meine Welt. Der Beruf schließt so viele andere Berufe mit ein, sodass ich nun von jedem etwas habe. Ich kann sogar ein wenig die Polizistin spielen, wenn ich den Finger zeige: „Jetzt nicht, sonst gibt es Ärger!“

Kein Däumchen drehen

Für andere sind wir nur diejenigen, die am Becken stehen und nichts tun, weil zum Glück nicht jeden Tag jemand wirklich Hilfe braucht. Es gibt Leute, die uns ernsthaft fragen: „Was macht ihr eigentlich noch? Es kann doch nicht sein, dass ihr nur am Becken steht“. Und die, die uns ehrlich fragen, die bekommen von uns auch ehrliche Antworten, nämlich dass eben die Wasserhygiene vorrangig ist, dass wir die Kontrolle der im Badebetrieb eingesetzten Maschinen übernehmen, uns um die Grünanlagen und das Kassenwesen kümmern müssen. Einfach alles was in einem Bad steht, liegt und arbeitet, müssen wir überwachen und kontrollieren. Auch die Ökologie steht im Vordergrund.

Ich habe nicht das Gefühl, dass die Leute hier schlecht über uns denken. Es ist sehr familiär und die wissen eigentlich schon über unsere viele Arbeit Bescheid. In Extremfällen kommt es aber vor, wenn wir sehr viel Badebetrieb haben mit mehr als zweitausend Leuten und Gäste da sind, die nicht regelmäßig kommen, dass sie einen auf herablassende Art und Weise spüren lassen, dass wir hier ja eh nichts machen, außer die Toilette putzen, am Becken stehen und uns sonnen. Die haben überhaupt kein Hintergrundwissen und es interessiert sie auch nicht. Oftmals hat man auch als Frau das Problem, wenn man noch jung ist, dass die Proleten unter den Männern bei Hinweisen abwinken, nach dem Motto: „Mädel, was willst denn du, geh mir doch weg“. Wenn wir wirklich einmal die Haus- und Badeordnung durchsetzen müssen, sich jemand also einfach daneben benimmt, andere Gäste belästigt oder sogar in Gefahr bringt, dann sind wir dafür da zu sagen: „Stopp! Weiter geht es nicht“. Dann belächeln die uns, winken ab und lassen uns stehen wie einen kleinen Dackel. Sie akzeptieren nicht, dass wir im Schwimmbad Autoritätspersonen sind. Die belächeln hauptsächlich uns junge Frauen.

Ich bin in meinem Beruf glücklich. Ich würde ihn jederzeit wieder ausüben. Dennoch, zu den Menschen, die auf Berufssuche sind oder auch zu unseren Praktikanten, sage ich ganz ehrlich und ernst, dass sie es sich gut überlegen sollten, denn der Beruf ist kein Pappenstiel. Man muss ein sehr breites Kreuz haben und extrem viel abfangen und aushalten können. Es sind auch unschöne Sachen dabei, da wir ja auch für die Reinigung und die Hygiene im Bad verantwortlich sind. Dann gehört es nun einmal auch dazu, dass wir extrem verschmutzte Toiletten reinigen müssen, was ja auch nicht jedem liegt. Und das sage ich dann auch offen und ehrlich: „Hör zu, du musst hier verdreckte Toiletten putzen und wenn es verstopft ist, musst du wirklich mit der Hand rein langen und die Verstopfung beseitigen, wenn es nicht anders geht.“ Bei Regenwetter haben wir auch immer auf und stehen selbst bei 8 oder 7°C draußen. Zudem muss man muss handwerklich geschickt sein, darf also keine zwei linken Hände haben, muss improvisieren können, wenn irgendetwas kaputt ist und man nicht die Möglichkeit hat, es reparieren zu lassen. Man muss Maschinen am Laufen halten, bis Experten da sind. Wenn ich eine Pumpe mit meinem Wissen nicht wieder reparieren kann, dann muss zwar eine Firma kommen, aber dennoch muss ich schauen, dass die restlichen Geräte laufen.

Wir haben hier auch Schichtarbeit, das heißt wir arbeiten oft dann, wenn andere Arbeitende frei haben. Wenn meine Kumpels mich fragen, ob wir am Wochenende da oder dort hingehen, sei es Kino oder Kegelbahn, dann muss ich antworten: „T‘schuldigung, aber ich muss arbeiten.“ „Wie, schon wieder arbeiten? Du hast doch erst letztes Wochenende gearbeitet.“ „Ja, aber ich muss halt schon wieder arbeiten.“ Wenn die anderen im Schwimmbad sind und herum hängen, dann sind wir im Schwimmbad und arbeiten. Wir können nicht um vier Uhr Feierabend haben, den Schraubenschlüssel liegen lassen und gehen. Wenn es sein muss, machen wir länger, da wir unsere Kollegen nicht hängen lassen können. Es geht hier einerseits um Menschenleben, andererseits aber auch um den Spaß der Menschen. Wir sind ein öffentlicher Betrieb und der muss laufen.

Man verliert durch die Arbeitszeiten Freunde, die, im Nachhinein betrachtet, keine wirklichen Freunde sind. Wenn man hier arbeitet, dann wird der Freundeskreis immer kleiner, weil man sich nicht mehr regelmäßig sieht. Die eigenen Hobbys, die man vorher regelmäßig gemacht hat, kann man meistens nicht mehr weiterführen. Wenn man gerne Fußball spielt und an Turnieren teilnimmt, kann man sich nicht immer frei nehmen, nur weil ein Fußballturnier stattfindet. Viele sagen, dass dies ihnen schon klar ist, aber zu spüren bekommt man das erst, wenn man ausgelernt hat und richtig im Beruf drin ist. Aber für mich ist klar: Ich würde mich trotzdem immer wieder für diesen Beruf entscheiden.

Menschenkenntnis

Ich lerne mich hier selber besser kennen, denn man braucht hier schon sehr viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit Anderen. Ich kann und darf meinen eigenen Emotionen nicht immer freien Lauf lassen. Wenn ich mich über irgendjemanden sehr stark aufrege, weil er mir tierisch auf die Nerven geht, dann kann ich ihn trotzdem nicht raus schmeißen, das geht nicht. Und selbst wenn er mich zwanzig Mal fragt, wo das Klo ist, dann muss ich ihm zwanzig Mal sagen, dass es sich dort oder dort befindet. Durch die vielen verschiedenen Bevölkerungsschichten – wir haben hier neben Rechtsanwälten und Doktoren auch Arbeitslose – lernt man sehr schnell Menschen einzuschätzen, wie man mit ihnen am besten umgeht beziehungsweise wie man Konflikten aus dem Weg geht, sie in eine andere Richtung lenkt oder sie so äußert, dass die Gäste und ich zufrieden sind, also eine gemeinsame Lösung finden.

Als negative Erfahrungen kommt es vor, dass man abgestempelt wird als jemand, der eh nichts schafft. Positiv hingegen ist, wenn die Leute auch mal zu uns kommen und sagen: „Wir wissen, ihr habt einen harten Job und gönnt euch mal freie Tage“. Dann kommen die Leute zu uns und sagen, dass es so schön ist zu schwimmen, weil man so viel Platz im Wasser hat, aber wir täten ihnen Leid, weil es sicherlich kalt sein muss, bei Regen oder 7°C am Beckenrand zu stehen. Es ist schön zu wissen, dass man nicht einfach nur irgendwer ist, sondern man auch geschätzt wird. Man kann Bademeister schwer mit jemandem vergleichen, der in seiner Arbeit keinen Publikumsverkehr hat … welche Erfahrungen kann derjenige wohl machen? Ich denke, es ist ein großer Gewinn, wenn man mit Publikumsverkehr zu tun hat, obwohl das nicht immer nur positive Erlebnisse erzeugt. Ich kenne in meinem Freundeskreis wenige Menschen, die in ihrer Arbeit mit so vielen Menschen zu tun haben wie ich. Die arbeiten in Firmen an Maschinen oder an Autos.

Anerkennung und familiäre Atmosphäre

Ich würde mir in meinem Job noch ein bisschen mehr Anerkennung wünschen. Beschimpfungen von Gästen nehme ich oft persönlich, obwohl ich weiß, dass ich das nicht sollte. Man ist ein Erfüllungsgehilfe, man erfüllt die Interessen seines Arbeitgebers. Man vertritt sie, ob man selber damit einverstanden ist oder nicht. Man hat damit einverstanden zu sein und wenn man dann persönlich getroffen, angegriffen oder beleidigt wird, einem vielleicht sogar gedroht wird.

Am Anfang der Saison, wir haben noch nicht einmal geöffnet, rufen die älteren Damen an, ob sie wieder ihren Spind mieten könnten, denselben wie letztes Jahr: „Den hab ich schon seit fünfzehn Jahren und den hätte ich gerne wieder“. Wenn man auf diese Weise ein Freude machen kann, dann dürfen sie auch schon bevor wir geöffnet haben ihre großen Liegen hereintragen und einschließen, sodass sie, wenn wir wieder geöffnet haben, sofort durchstarten können. Dann freuen sie sich sehr und lächeln dich an, das ist schön. Es sind diese Kleinigkeiten, wenn ich zum Beispiel einen Badegast, er sitzt im Rollstuhl, beim Ein- und Aussteigen in das Auto helfe, er kann es zwar auch alleine, aber wenn ich ihm helfe, dann ist es für ihn einfacher. Da freue ich mich drüber und das macht mir auch wirklich Spaß. Es gibt Personen, die einem das Ohr vollquasseln. Diese kriegt man gar nicht mehr richtig los. Solche Leute, die einem von den verschiedenen Unkrautsorten erzählen, wie tief die Wurzeln sind und wie man sie wegbekommt – das sind solche Sachen, die einen nicht wirklich interessieren, aber man hört halt zu, denn die Menschen haben das Bedürfnis zu erzählen. Über diese Leute unterhalten wir uns dann später mit Kollegen. Es sind eigentlich die älteren Damen, über die wir reden, denn die eine sammelt Gläser, weil sie Marmelade macht, die andere bringt uns immer Hefte mit und legt sie uns vor die Türe. Dabei können wir ja, wenn wir Dienst haben, keine Zeitschriften lesen, aber sie machen es halt und wir bedanken uns. Ich denke, dass es das Wichtigste ist, einfach freundlich zueinander zu sein.

Hier in dem Bad, weil es ein recht schlichtes und kleines Freibad ist, ist die Stimmung recht familiär. Es fällt schon mal auf, wenn jemand, der sonst immer zur gleichen Uhrzeit kommt, nicht da ist. Dann macht man sich schon Sorgen: „Der ist fünf Minuten später dran, wo ist er heute? Geht es ihm nicht gut, ist er wieder gestürzt oder kann er heute einfach nicht, weil er Besuch von den Enkeln bekommt?“. Die meisten Besucher kennen wir schon. Bei denen wissen wir, wie wir mit ihnen reden können. Mit manchen kann man reden, wie einem der Mund gewachsen ist, da kann man auch mal einen Scherz über die Lippen bringen. Die lachen dann auch selber darüber. Es sind aber auch andere dabei, mit denen man sehr zuvorkommend oder extrem höflich reden muss. So kann man zwar zu den einen sagen „Zigarette aus! Und nicht am Beckenrand, Sie wissen ja!“ Und bei anderen muss man sagen: „Wären Sie bitte so freundlich und würden Sie ihr Rauchen auf die Wiese verlegen?“

Ich nehme Badesachen von Zuhause mit ins Geschäft und nehme geschäftliche Sachen mit nach Hause. Ich kann Privates von Geschäftlichem nicht immer trennen und nehme gelegentlich Bilder aus meinem Beruf nach Haus mit. Wenn ich dann Zuhause ankomme und nicht gut drauf bin, heißt es unter Umständen: „Was ist denn jetzt wieder los?“. Umgekehrt ist es genauso, dass man Privatsachen nicht immer nur daheim lassen kann. Man kann nicht immer nur gut drauf sein oder immer nur lächeln. Das ist nicht einfach, aber man muss in solchen Fällen das Beste daraus machen.

Besucher des Schwimmbads

Frühmorgens kommen die Frühschwimmer, das ist recht gemischt. Da sind Rentner dabei, Studenten, Arbeiter mit Gleitzeit, die ihre Arbeit ein bisschen verschieben können. Es sind aber auch viele ältere Menschen hier, die dann auch bis zum Nachmittag da bleiben und es hier einfach genießen. Die gehen nicht in den Urlaub, ihr Urlaub ist das Thermalbad. Die haben auch alles hier, ihre Liegen, ihre Decken, ihre fünf verschiedenen Badeanzüge. Die leben hier ihren Urlaub und bei schönem Wetter sind sie sogar bis spät abends hier im Bad. Die jugendliche Generation trifft man hier weniger, weil wir für die keine Attraktionen bieten können. Wir haben nur eine Rutsche und sind sehr schlicht. Es gibt noch ein anderes Freibad in der Nähe mit Volleyballfeldern, Sprunganlagen und einem noch größeren Schwimmerbecken. Dort haben sie viel mehr Attraktionen, dort gibt es auch einen viel größeren Kinderspielplatz. Hier sind mehr Mütter mit Kindern, die es genießen, bis zum Teeniealter ihrer Kinder in ruhiger Atmosphäre zu sein. Die Studenten mögen es hier auch, die schwimmen ein paar Bahnen, setzen sich dann auf die Wiese und lernen.

Braungebräunte Rettungsschwimmer im Fernsehen

Es gibt wirklich Praktikanten, die Dinge sagen, wie: „Oh, geil, ihr rennt dann den ganzen Tag im Badeanzug herum. Ja, aber in amerikanischen Filmen trägt man doch rote Badeanzüge?“. Die verstehen nicht den Unterschied zwischen der nüchternen Realität und Showbusiness, wo Leute mit ihren stählernen Muskeln und Modelfiguren an kalifornischen Küsten herum[1]laufen. Wir sind ganz normale Menschen. Der eine ist vom Körperbau her sportlicher, der andere eben nicht. Wir müssen fit sein, ganz klar, aber wir erfüllen hier mehr die Funktion einer Autoritätsperson. Wir müssen uns zwar durch unsere Kleidung hervorheben, aus dem Grund, dass die Besucher Anlaufpunkte haben, sei es, wenn sie Sorgen oder Probleme haben oder wenn sie Hilfe brauchen. Man kann aber nicht herumrennen wie in Miami am Strand. Das ist völliger Humbug. Was aber wahr ist, ist die Tatsache, dass wir fit sein müssen und unsere Prüfungen erbringen: Wir müssen schwimmen und retten können und die Erste Hilfe beherrschen, das ist ganz klar. Aber bei im Fernsehen müssen sie nicht die Wasserqualität überprüfen, sie müssen keine Pumpen reparieren, keinen Kunststoff schweißen – die müssen wirklich nur auf das Wasser gucken und Gefahren einschätzen, ob zum Beispiel Hai- oder Quallengefahr ist. So etwas müssen wir hier nur in ähnlicher Weise tun. Wenn Gewitter ist, müssen wir abschätzen, ob es lang[1]sam brenzlig wird und wenn es dann gewittert, warnen: „Raus aus dem Wasser!“. Also es ist nicht viel dran. Hier wird man im Übrigen nur nach Leistungsgesichtspunkten eingestellt, beim Film wohl eher nach dem Aussehen (lacht).

Es ist schon vorgekommen, dass wir hier Menschenleben retten mussten. Es fängt oft nur mit Kleinigkeiten an, zum Beispiel wenn ein Kind die Wasserrutsche hinunterrutscht und denkt, dass es am Ende im Wasser stehen könnte und nicht schwimmen kann. Denn Kinder sind ja recht unbedarft. Die sehen, dass die anderen Kinder rutschen, denken, dass es Spaß macht, und wollen das dann auch. Die denken sich: „Die können das, ach, das kann ich auch.“ Und wenn man sieht, dass ein Kind dort nicht stehen kann, dann springe ich sofort ins Becken. In anderen Fällen, vor allem bei Älteren, kann es aufgrund der Hitze zu Kreislaufproblemen kommen, sodass ihnen schwindelig werden kann oder sie einen Krampf im Wasser bekommen. Das sind zwar Kleinigkeiten, bei denen man helfen kann, die aber ausarten würden, wenn das niemand macht. Für so etwas bekommt man als Bademeister einen Blick.

Ich schaue ganz anders. Ich schaue im Übrigen auch, gerade jetzt, wo ich mit Ihnen das Interview mache, dauernd umher, ob alles in Ordnung ist. Das ist eine Nebenwirkung unserer Arbeit (lacht). Man nimmt sehr viel wahr und ist sehr aufmerksam. Manche würden es als unhöflich empfinden, wenn man ihnen beim Reden nicht immer ins Gesicht schaut. Aber so ist das halt. Man hört ein Kind rufen und guckt schnell hin. Und das zeigt sich mittlerweile auch im Privatleben. Überall, egal wo man ist. Ob man einen Stadtbummel macht oder in einem fremden Schwimmbad ist, man „arbeitet“ immer und ist sehr aufmerksam, man kriegt schnell mit, wenn etwas nicht normal läuft.

Es gab vor einigen Jahren mal einen Fall wo es um Leben und Tod ging. Es handelte sich dabei um ein Kind, das mit einem Schwimmbrett in einem tiefen Becken gepaddelt ist und es sah danach aus, dass das Kind seinen Beinschlag trainiert. Aber in Wirklichkeit konnte das Kind gar nicht schwimmen. Das Kind ist von dem Brett abgerutscht, konnte sich nicht mehr festhalten, das Brett ist einfach weggerutscht und das Kind wie ein nasser Stein untergegangen. Das Kind kam aber nochmal kurz hoch und man musste dem Schwimmbrett dann nur noch einen kurzen Kick geben, dann konnte das Kind das Brett wieder greifen, um zum Rand zu paddeln. Solche Dinge dürfen uns nicht entgehen. Auch, wenn eine Situation augenscheinlich ungefährlich und normal aussieht. Wer hätte vermuten können, dass das Kind gar nicht schwimmen kann? Manche Kinder laufen auch einfach ins Wasser, weil sie nicht wissen, dass sie darauf nicht stehen können und – plumps – sind sie weg. Ich persönlich musste Fälle mit Reanimation noch nicht erleben. Ich höre oft die Äußerung, dass der Job langweilig sein müsse, es passiere ja gar nichts. Dann sage ich: „Bitte? Soll ich fünf Leute aus dem Wasser retten? Ich bin froh, dass nichts passiert!“ Ich brauche kein Menschenleben retten, damit ich Spaß bei der Arbeit habe.

Man sagt, wir Bademeister würden so ernst gucken, aber wir konzentrieren uns lediglich. Wenn wir dann ein direktes Gespräch führen, dann haben wir wieder eine ganz andere Gesichtsmimik. Aber im Auftrag unserer Beckenaufsicht sind wir sehr konzentriert und wirken demnach auch ernst und angespannt.

Straftaten

Diebstahl kommt häufig vor. Ist der Täter noch da, stellt sich die Frage, wie wir ihn erwischen. Im Bereich der vorläufigen Festnahme müssen wir uns auch auskennen. Es gibt sogar Sexualdelikte, Übergriffe auf Kinder, Missbrauch von Schutzbefohlenen. In diesen Bereichen müssen wir uns auskennen, denn da bewegt man sich auf einem heißen Pflaster, weil man sich sehr schnell in die Privatsphäre von anderen einschleicht und man auch Leuten Unrecht tun kann. Ich darf Verdächtige ja nicht knebeln und fesseln, mich auf ihn drauf setzen und sagen: „So! Jetzt bleibst du mal hier, bis die Polizei kommt.“ Ich muss mich da schon sehr gut auskennen, um solche Delikte zu erkennen und Maßnahmen treffen zu können. Das ist alles in meinem Beruf inbegriffen. Das bekommt ein normaler Badegast gar nicht mit, weil er das Hintergrundwissen zu unserem Beruf nicht hat. Und mit diesen Berufspflichten ist auch die Verbindung zu meinem früheren Berufswunsch der Polizistin wieder hergestellt (schmunzelt).